Im Rahmen einer Expedition in internationalen Gewässern vor der Küste Brasiliens haben Forscher mithilfe modernster Bildgebungssysteme 31 bislang unbekannte neue Arten (siehe Video) identifizieren. Dank neuer Technologien gelang die Bestimmung der Arten in nur wenigen Tagen.
Das internationale Forscherteam an Bord des Forschungsschiffes Falkor nutzte modernste Technologien, um die sogenannte Mittelschicht des Ozeans – das Wasser zwischen der sonnenbeschienenen Schicht und dem Meeresboden – zu erforschen. Diese Mittelschicht stellt das größte und bis dato am wenigsten erforschte bewohnbare Ökosystem der Erde dar.
Neue Arten binnen weniger Tagen bestätigt
Normalerweise dauert es manchmal Jahrzehnte, bis Wissenschaftler neue Arten identifizieren und beschreiben können, doch dank der Kombination aus Technologie und Fachwissen gelang es dem Team, die dort neu entdeckten Arten innerhalb von nur wenigen Tage als neu zu bestätigen, berichtet das Schmidt Ocean Institute auf seiner Website.
Die Liste der neuen Arten umfasst einen Amphipoden (eine Krustentierart, die mit Krabben und Hummern verwandt ist), einen Gossamer-Wurm, der sich schneller bewegt, als Wissenschaftler aufgrund seiner Körperform erwarten würden neun Quallen; sieben Siphonophoren (koloniale Organismen, die mit Quallen und Korallen verwandt sind), sieben Kammquallen oder Ctenophoren (die bekannt für ihre schimmernden Zilien, mit denen sie schwimmen, sind) sowie zwei riesige Rhizarien (mit bloßem Auge sichtbare Einzeller).
„Mitteltiefe ist voller unglaublicher Tiere“
„Der größte Lebensraum der Erde, die Mitteltiefe, ist voller unglaublicher Tiere, die wir gerade erst zu verstehen beginnen“, wird die leitende Forscherin der Expedition, Karen Osborn vom Smithsonian National Museum of Natural History, auf der Website des Schmidt Ocean Institute zitiert. „Ich bin nach wie vor fasziniert von der fantastischen Vielfalt an Strategien, die sie entwickelt haben, um in dieser gewaltigen Umgebung zu überleben, und das treibt mich an, immer wieder Fragen über unseren Ozean zu stellen.“
Man habe eine größere Vielfalt und einen weitaus größeren Reichtum an Organismen in der mittleren Wasserschicht beobachtet, als es man hatte, sagt Osborn – darunter Glaskalmare und einen pelagischen Oktopus, der sich von einer leuchtend roten Qualle ernährte.
Schwierig zu erforschendes Ökosystem
Aufgrund ihrer Unzugänglichkeit und ihres immensen Volumens zähle die sogenannte Mittelschicht der Meere zu jenen Gebieten unserer Erde, die am schwierigsten zu erforschen seien, erläutert Karen Osborn. Hinzu komme, dass viele dort lebende Tier gallertartig sind und ihre weichen, empfindlichen Körper, oft durch herkömmliche Probenahmemethoden beschädigt werden.
Um dieses Problem zu lösen, setzte die Expedition zusätzliche Technologien ein, die es den Wissenschaftlern ermöglichten, die Tiere in einer kontrollierten Umgebung zu beobachten, die ihren natürlichen Lebensraum nachahmt.
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