Steirische Pläne

Spitalsreform: Guter Wille – nur zum Sparen?

Steiermark Newsletter
04.11.2025 09:30

Tragische Fälle aus Oberösterreich und der Steiermark machen sichtbar, was viele längst spüren: Das Gesundheitssystem ist an seine Grenzen geraten. Nun soll ein neuer Strukturplan zumindest in der Steiermark Ordnung bringen. Doch zwischen Reformversprechen und Realität klafft eine immer größere Lücke – guter Wille allein wird nicht reichen.

Es sind schlimme Nachrichten, die allein in den letzten Tagen via „Krone“ an die Öffentlichkeit kamen: In Oberösterreich musste eine 55-jährige Mutter sterben, weil ein lebensbedrohlicher Aortariss in einem kleinen Bezirkskrankenhaus im Mühlviertel zwar diagnostiziert, aber nicht behandelt werden konnte. Während sie von den Spezialkrankenhäusern im Umkreis, die die Frau vermutlich retten hätten können, abgewiesen wurde.

Besonders tragisch und erschreckend: Die erfolglose und letztlich tödlich endende Suche nach einem OP-Team und einem Intensivbett musste wie vor Jahrzehnten mittels Telefon erfolgen. Eine modernere Vernetzung der Spitäler: Fehlanzeige.

Tödlich endete kürzlich auch ein schweres Kommunikations- und Versorgungsdefizit in der Obersteiermark: Ein 19-Jähriger war am Buchauer Sattel im Bezirk Liezen plötzlich zusammengebrochen, der Notarzt traf erst mit erheblicher Verzögerung ein, das Leben des jungen Mannes konnte nicht mehr gerettet werden.

Zwei Vorfälle, die höchstens die Spitze eines riesigen Eisberges sind. Die Leserbriefe an die „Kronen Zeitung“ beweisen es ebenso wie die zahllosen Postings auf krone.at: Unser Gesundheitssystem ist schwerkrank, viele meinen todkrank.

Reform der Refom der Reform
All das, obwohl seit Jahrzehnten daran herumgedoktert wird. Allein, was in den letzten Jahren zwischen den steirischen (Landes-)Krankenhäusern an Kompetenzen hin und hergeschoben wurde!

Längst kennt sich kaum noch eine Patientin oder ein Patient aus, wohin sie oder er sich im Falle des Falles wenden kann oder muss. Oft werden (potenzielle) Patienten auch den Eindruck nicht los, selbst das medizinische Personal sei dabei überfordert, schlicht orientierungslos.

Nun wird wieder einmal operiert: Die nächste – die wievielte? – Spitalsreform wurde auf den hübschen Namen „Regionaler Strukturplan Gesundheit (RSG-St 2030)“ getauft.

Wieder einmal, aber ganz sicher nicht zum letzten Mal werden Kompetenzen verschoben. Von der Installierung zeitgemäßer Kommunikation zwischen Spitälern, niedergelassenen Ärzten, Primärversorgungszentren und Rettungsdiensten hört man jedoch nichts.

Selbst wenn man nun den Schöpfern dieses „Gesundheitsplanes“ besten Willen zubilligt – und zwar nicht nur den Willen zum Sparen: Da wird noch viel weitergedoktert, weiteroperiert werden müssen!

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