Herzchirurgie-Clinch

Des Landeshauptmanns neue Klinik . . .

Steiermark Newsletter
18.04.2026 09:30

Wie schwer sich Reformen im Spitalswesen durchsetzen lassen, wenn medizinische Vernunft und lokale Interessen kollidieren, weiß man in der Steiermark nur allzu gut. Ob Knittelfeld und Judenburg oder das Leitspital Liezen – immer wieder bremsen politische Rücksichten notwendige Entscheidungen. Dieses Muster zeigt sich auch im aktuellen Streit um die Herzchirurgie im Burgenland.

Dass Gesundheitspolitik und Vernunft selten eine glückliche Ehe führen, weiß die Steiermark aus leidvoller Erfahrung. Erst 2024 hat das Leitspital-Chaos eine Landtagswahl mitentschieden. Kein neues Phänomen: Schon vor gut 30 Jahren rieten Experten, die Spitäler Knittelfeld und Judenburg an einem gemeinsamen Standort zusammenzulegen. Der damalige Gesundheitslandesrat soll abgewunken haben: Das könne er seinen Bürgermeistern nicht antun. Beide Häuser blieben bestehen.

Doskozils Herzchirurgie-Pläne folgen derselben Logik: politisches Wohlgefühl vor medizinischer Vernunft. In einem kleinen Land wie Österreich, das ohnehin zu wenig medizinisches Fachpersonal ausbildet, ist das besonders fatal. Dass eine Abteilung mit 250 statt der geforderten 500 Operationen pro Jahr internationale Qualitätsstandards verfehlt, scheint dabei zweitrangig – ganz unabhängig von der Kompetenz der dort tätigen Ärztinnen und Ärzte. Dass sie Fachkräfte aus Graz abzieht und dort Wartelisten so vielleicht verlängert, erst recht.

Solange Spitalspolitik als Instrument zur Bürgermeisterpflege – oder zur Selbstdarstellung eines Landeshauptmanns – betrieben wird, zahlen am Ende jene die Zeche, die es am wenigsten verdienen: die Patienten.

Kommen Sie gesund durch diesen Samstag!

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