05.02.2014 14:17 |

Voll Zucker und Fett

Wellness-Frühstückscerealien nicht gut für Figur

Wellness-Frühstückcerealien sind gar nicht so gut für die Figur, wie die Hersteller stets versprechen. Das hat eine aktuelle Analyse der Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich ergeben. Die Produkte enthielten viel Zucker sowie Fett und wenige Ballaststoffe.

Die Tester kauften insgesamt 13 Produkte ein, die mit "Wellness", "Fitness", "Vitality" oder Ähnlichem beworben werden, und untersuchten sie anhand ihrer Nährwerte - Zucker-, Gesamtfett- und Ballaststoffgehalt. Dabei lag der Großteil der Produkte mit einem Zuckergehalt von zwölf bis 21 Gramm im Mittel der Nährwertempfehlungen. Umgerechnet auf eine 45-Gramm-Portion sei mit 1,4 bis 2,4 Stück Würfelzucker zu rechnen. Das entspricht bis zu 10,5 Prozent der empfohlenen Zuckerzufuhr einer erwachsenen Frau. Auch beim Fettgehalt lagen die meisten Produkte (acht von 13) im Mittelfeld.

Kleine Portionen für eine schlanke Linie
Zwei Produkte fielen aber mit einem Zuckergehalt von 23,6 bzw. 30,2 Gramm je 100 Gramm - das entspricht 2,7 bis 3,4 Stück Würfelzucker je 45-Gramm-Portion - auf. Ein anderes geriet aufgrund eines hohen Nussgehaltes und damit eines hohen Fettgehalts ins Visier der Konsumentenschützer. Die Fettqualität sei zwar durch reichlich ungesättigte, lebenswichtige Fettsäuren besonders hochwertig, wer jedoch auf seine Linie achtet, sollte lieber sparsam dosieren, empfehlen sie.

Ihnen fiel auch auf, dass Frühstückscerealien in der Werbung häufig als gesunde Getreidekost mit einem hohen Vollkornanteil beworben werden. Dies suggeriere beim Verbraucher automatisch auch einen hohen Ballaststoffanteil. Das gelte aber nur, wenn mindestens sechs Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm enthalten sind. Der Ballaststoffanteil der getesteten Getreideflocken lag mit einer Ausnahme aber nur zwischen 3,9 und 5,7 Gramm. Wesentlich mehr Ballaststoffe (6,8 bis zwölf Gramm je 100 Gramm) lieferten hingegen die Müsli im Test.

"Süßigkeiten und kein ausgewogenes Frühstück"
Schon vor ziemlich genau einem Jahr hatte die Arbeiterkammer 23 Arten von Frühstücksflocken getestet und dabei einen hohen Zuckergehalt - bis zu 45 Prozent - festgestellt. Jedes zweite Produkt bestand aus mindestens 30 Prozent Zucker. "Das sind Süßigkeiten und kein ausgewogenes Frühstück", kritisierten die Konsumentenschützer damals. Sie fordern eine klare und einheitliche Nährwertkennzeichnung nach dem Ampel-Prinzip auf der Produktvorderseite.

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