09.12.2013 15:37 |

Suchen Terroristen

NSA-Spione sind in "World of Warcraft" unterwegs

Britische und US-Geheimdienste nehmen Medienberichten zufolge millionenfach genutzte Online-Rollenspiele ins Visier. Die US-Dienste CIA und NSA sowie der britische GCHQ schickten Undercover-Agenten in die Spielwelten von "World of Warcraft" und "Second Life", berichteten der "Guardian" und "ProPublica" am Montag. Sie beriefen sich auf Dokumente des Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden.
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Demnach waren in dem Online-Spiel "Second Life" so viele Agenten unterschiedlicher US-Geheimdienste unterwegs, dass eine gesonderte Koordinierungsstelle eingerichtet werden musste. Sie sollte verhindern, dass sich die Dienste gegenseitig in die Quere kommen. Die Geheimdienste hätten sich außerdem Zugang zu dem Netzwerk der Microsoft-Spielekonsole Xbox verschafft, das weltweit fast 50 Millionen Nutzer hat.

"World of Warcraft" ist eines der größten virtuellen Rollenspiele. Millionen Spieler ziehen hier als Gnome, Trolle, Orks und andere Fabelwesen ins Feld. Das Spiel wird von der kalifornischen Firma Blizzard Entertainment hergestellt. Ein Sprecher sagte dem "Guardian", man wisse nichts von einer Überwachung. "Wenn das stattfand, war es ohne unser Wissen oder unsere Erlaubnis."

Spione vermuteten Terroristen in Games
Die Geheimdienste gingen offenbar davon aus, dass mögliche Terroristen über die Onlinespiele Nachrichten und Geld austauschten. Die Unterlagen gäben jedoch keinen Hinweis darauf, dass die Überwachung der Spielewelten Informationen über Terrorgruppen zutage gefördert habe, schrieben die Medien.

Onlinespiele zeichneten die Aktivitäten ihrer Nutzer auf, sagte Peter Singer vom Thinktank Brookings Institution zu "ProPublica". Daher eigneten sie sich eigentlich nicht zum heimlichen Austausch in Terrorgruppen. Die grundsätzliche Idee liegt allerdings nicht so fern: Auch das amerikanische Militär nutzt Online- und Computerspiele zum Training seiner Soldaten. Üblicherweise handelt es sich dabei aber nicht um Online-Rollenspiele in Fantasiewelten, sondern um Kriegssimulationen.

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