Angst vor Rufschaden

98 Prozent der Firmen verschweigen Sicherheitsleck

Web
30.08.2013 09:30
Ist manchen Firmen der Ruf wichtiger als die IT-Sicherheit der Allgemeinheit? Eine aktuelle Studie des Sicherheitsanbieters AlienVault lässt darauf schließen: Nur zwei Prozent der befragten europäischen Unternehmen würden demnach eine in ihrem System entdeckte Sicherheitslücke auch publik machen. 31 Prozent teilen es nur den Mitarbeitern mit, 38 Prozent informieren immerhin die zuständigen Behörden. Lediglich elf Prozent der befragten IT-Experten gaben an, solche Informationen der weltweiten Security Community anzuvertrauen.

"Organisationen, die eine Sicherheitslücke in ihrem System entdecken, stecken in einem Dilemma. Auf der einen Seite würde die Bekanntmachung eines solchen Vorfalls anderen Unternehmen helfen, Attacken zu vermeiden; andererseits könnte eine Veröffentlichung den Ruf der Firma schädigen", erklärt AlienVault-Chef Barmak Meftah die Umfrageresultate aus Unternehmersicht.

Er merkt an, dass die Meldung von Sicherheitslücken vor dem Hintergrund der womöglich bald überarbeiteten Datenschutzgesetze der Europäischen Kommission noch interessanter werde: "Das Gesetz bestraft Unternehmen, die sich unzureichend gegen Sicherheitslücken schützen, mit Geldbußen bis zu zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Somit würde neben der Rufschädigung auch ein finanzieller Aspekt dazukommen."

Abwarten oder reagieren?
Doch die Studie offenbarte noch etwas Beunruhigendes: Auf die Frage, wie die erste Reaktion nach einer Malware-Attacke aussähe, antworteten immerhin fünf Prozent der Unternehmen, dass sie zunächst gar nichts tun. Ein Prozent wartet zunächst den vollen Umfang des Angriffs ab. Die überwiegende Mehrheit der Befragten (52 Prozent) berichtete, die Auswirkungen genau zu erforschen. 31 Prozent suchen nach einem Patch.

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