12.07.2013 12:01 |

"Data Dealer"

Happy End für satirisches Wiener Datenschutz-Game

"Haben sie Spaß", soll der britische Abhördienst seinen Mitarbeitern im Umgang mit aus dem Internet gesaugten privaten Daten geraten haben. Mit "Data Dealer", einem großteils in Wien entwickelten Browsergame, haben Normalsterbliche ähnlich unterhaltsame Optionen. Sogar die "New York Times", der "Guardian" oder "Le Monde" berichteten über das Spiel, bei dem man sich ebenso skrupellos wie unterhaltsam vom Datenschutz verabschieden kann. Nun konnten die Entwickler per Crowdfunding das Überleben ihres Projekts sichern.

Es war eine knappe Angelegenheit, wie ein Statement von "Data Dealer"-Entwickler Wolfie Christl zeigt: "Vor zwei Monaten haben wir die erste englische Version unseres bissig-kritischen Spiels zum Thema Datenschutz veröffentlicht. Bis morgen, Donnerstag, 22 Uhr müssen wir auf Kickstarter 50.000 Dollar an Spenden erreicht haben, sonst bekommen wir von den bisher gesammelten 40.000 gar nichts." Der "Crowdfunding-Krimi" hatte aber ein Happy End: Letztlich wurden via "Kickstarter" exakt 50.362 Dollar gesammelt. Mit dem Geld wollen die Entwickler von Cuteacute OG nun die deutsche Version des Games fertigstellen.

Im Spiel grast man fiktive Online-Plattformen wie "Tracebook", "Smoogle" oder Partnerbörsen nach heiklen Informationen ab, die man dann gegen Bares an den Staat oder an private Interessenten abtritt. Die meisten Geschichten aus dem Spiel haben belegbare Vorbilder und sollen vermitteln, wie die Erfassung, Speicherung und Verknüpfung privater Daten immer mehr in alle Lebensbereiche vordringt. "Ob Kundenkarten, Smartphones oder Internet - überall hinterlassen die Nutzer ihre digitalen Alltagsspuren und wissen oft viel zu wenig, was mit ihren Daten eigentlich geschieht", schreiben die Entwickler.

"Data Dealer" soll hier Abhilfe schaffen und mit viel Witz und Ironie Antworten auf folgende Fragen bieten: Welche personenbezogenen Daten gibt es überhaupt? Wer sammelt diese Daten und aus welchem Interesse? Wofür lassen sich diese Daten nutzen? Und welche Auswirkungen kann das auf Individuen haben? Durch den Wechsel in die Perspektive eines Datenhändlers sollen die Motivationen und Interessen der Datensammler einmal von der anderen Seite erlebt werden. Das Spiel soll dabei dringend notwendiges Basiswissen über die Ökonomie der Daten vermitteln - ganz nebenbei und ohne erhobenen Zeigefinger, wie es heißt.

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