Das gab es noch nie!

Honda zeigt V3-Motor mit Kompressor für Motorräder

Motor
22.11.2024 00:01

Ein Hammer, was Honda da auf der EICMA in Mailand aus dem Ärmel geschüttelt hat: Was da silbrig-rot schimmert, ist ein Motor, wie es ihn in einem Motorrad noch nie gegeben hat: ein V3-Motor mit einem elektrischen Kompressor.

Viele haben zunächst gedacht sich verhört oder verlesen zu haben, denn Zylinder in V-Anordnung sind in den allermeisten Fällen gleichzahlig, also V2, V4 oder V6. Doch tatsächlich gibt es einen V3-Motor bereits in der Historie des weltgrößten Motorherstellers (siehe unten). Nur eben nicht aufgeladen.

Es ist überhaupt der erste elektrische Kompressor für Motorräder. Einen klassischen Kompressor gibt es ja bereits, siehe Kawasaki. Vorteil der elektrischen Version: Damit lässt sich die komprimierte Ansaugluft unabhängig von der Motordrehzahl steuern, sodass bei niedrigeren und mittleren Drehzahlen ein gleichmäßig hohes Drehmoment bereitgestellt werden kann, ohne dass man mit einer Verzögerung bzw. mit einer überfallartigen Kraftentwicklung umgehen muss.

Das flüssigkeitsgekühlte Aggregat verspricht mit seiner Zylinderanordnung eine charaktervolle Laufkultur sowie eine schlanke Bauweise mit effizienter Zentralisierung der Massen. Eine Ladeluftkühlung ist nicht notwendig. So lassen sich also sehr starke Triebwerke sehr platzsparend unterbringen.

Der elektrische Verdichter sitzt auf dem Motor. Ladeluftkühlung ist nicht notwendig.
Der elektrische Verdichter sitzt auf dem Motor. Ladeluftkühlung ist nicht notwendig.(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Honda)
(Bild: Honda)
(Bild: Honda)

Zwei parallele Zylinder sind bei dem Konzept nach vorn geneigt, der dritte Zylinder zeigt nach hinten, in einem Winkel von 75 Grad. Mehr Details verrät Honda offiziell nicht. „Motorrad“ will von 900 ccm Hubraum erfahren haben.

Erster Honda-V3 in den Achtzigern
Bereits 1985 hatte Honda einen V3-Motor in einem Motorrad im Einsatz. Inspiriert von einem DKW-Motorrad der Nachkriegszeit entwickelten die Japaner die NS 500, mit der „Fast Freddie“ Spencer 1983 die 500er-WM gewann.

Für normale Kunden bot Honda dann die NS400R an. Der Zweitakter leistete 72 PS, was einer für damalige Verhältnisse bemerkenswert hohen Literleistung von 186 PS entsprach. Nur wenige Exemplare des Leichtbau-Renners wurden verkauft. Heute ist der Zweitakt-V3 ein Sammlerstück, für das in der Regel fünfstellige Eurobeträge aufgerufen werden.

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