Die Stadt an der Seine hat sich herausgeputzt. Die Atmosphäre ist einzigartig, die Athleten voller Erwartungen, und die Besucher erleben eine Stadt, die die ganze Welt umarmen will.
Paris hat ein leichtes Spiel, könnte man meinen. Die Metropole war schon immer eine Stadt der Superlative. Schneller, schöner, größer, glänzender als andere. Nach drei Körben des Internationalen Olympischen Komitees schwebt die Millionenstadt derzeit auf Wolke 2024. Ein würdiger Rahmen für die Sommerspiele. Die Pariser selbst sind zwiegespalten. Viele haben die Stadt verlassen, zu viel Trubel, zu viele Absperrungen und horrende Ticketpreise. Sie kommen erst wieder, wenn die Spiele geschlagen sind.
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Hauptstadt setzt auf Bewegung
Im Vorfeld zeigte sich die Hauptstadt an der Seine von einer neuen Seite. Durch die vielen Einschränkungen gab es menschenleere Straßen. Das Erkunden mit dem Fahrrad wurde zu einem besonderen Erlebnis. Nicht zuletzt weil die Stadt die vergangenen Jahre immer mehr auf Bewegung setzt und sehr fahrradfreundlich ist. Wo man wegen Absperrungen anstand, halfen auskunftsfreudige Polizisten weiter.
„So freundliche Gendarmen hatten wir noch nie in der Stadt“, scherzt Fremdenführerin Ella. „Sie sind für die Spiele aus dem ganzen Land gekommen. Die Pariser Polizisten sind viel mürrischer.“ Wie die vielen schlecht gelaunten Autofahrer, die nun oft doppelt so lange brauchen, um ans Ziel zu gelangen.
Die Stadt ist zu einer Art Festung mit extra eingerichteten Sicherheitszonen geworden. Die Anspannung stieg noch einmal mit den Brandanschlägen auf das Schnellzugnetz und dem Bombenalarm am Flughafen Basel Mulhouse. Bis Redaktionsschluss kamen zum Glück keine weiteren Zwischenfälle hinzu.
Auf dem Eiffelturm scharten sich im Vorfeld zahlreiche Athleten. Sie waren ebenso beeindruckt von der 330 Meter hohen Sehenswürdigkeit, die seit mehr als 130 Jahren über der Seine thront. Mittlerweile ist der Eisenfachwerkturm, benannt nach Ingenieur Gustave Eiffel, aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Nach der Eröffnung war er vielen Parisern verhasst. Sie sahen ihn als nutzloses Monster und als Schande für ihre Stadt.
Der Mann, der den Eiffelturm verkaufte
Genau diesen Umstand machte sich einer der bekanntesten Trickbetrüger aller Zeiten zunutze. Victor Lustig, der sich Graf nannte und behauptete, aus Arnau, damals Österreich-Ungarn, heute Tschechien, zu kommen, gab sich als stellvertretender Direktor des Post- und Telegrafenministeriums aus. Er sei für den Abriss des Eiffelturms verantwortlich und solle den Stahl veräußern. Der Kaufvertrag mit einem Händler wurde abgeschlossen, und Victor Lustig tauchte mit 250.000 französischen Francs unter (heute eine Million Dollar). Aus Scham meldete Händler André Poisson den Betrug nicht. Lustig wollte den Coup wiederholen. Ein zweiter Käufer schöpfte allerdings Verdacht und ging zur Polizei.
Aktuell Grund zur Freude bereitet das renovierte Grand Palais. Unter dem prächtigen Glasdach im Herzen Paris’ gehen die Wettkämpfe im Fechten und im olympischen und paralympischen Taekwondo über die Bühne. Einer der schönsten Veranstaltungsorte überhaupt.
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