Di, 25. September 2018

Nach Asyl-Ablehnung

13.12.2012 07:44

Keine Auslieferung: John McAfee in die USA zurückgekehrt

Der im südamerikanischen Belize im Zusammenhang mit Mordermittlungen gesuchte US-Software-Pionier John McAfee ist in die USA zurückgekehrt. Nach seiner Abschiebung aus Guatemala landete der 67-Jährige am Mittwochabend in Miami im Bundesstaat Florida. Er entging damit einer Auslieferung nach Belize.

Der 67-Jährige war aus seiner Wahlheimat Belize geflohen, nachdem sein Nachbar vor einem Monat ermordet aufgefunden worden war. Vergangene Woche reiste er illegal nach Guatemala ein und stellte dort einen Asylantrag. Kurz darauf wurde er aber festgenommen. Die Behörden in Guatemala-Stadt hatten zunächst seine Auslieferung nach Belize angekündigt. Schließlich wurde er jedoch in sein Herkunftsland USA ausgewiesen.

McAfee weist jede Verstrickung in den Mordfall zurück. Er begründet seine Flucht mit der Furcht, in Belize ermordet zu werden, weil er die von ihm als korrupt bezeichnete Regierung nicht länger finanziell unterstützen wolle. Aus Belize heißt es, man wolle McAfee nur zu dem Mordfall befragen. Bisher wird er von den Behörden lediglich als "Person von Interesse" bezeichnet, eine Anklage gibt es nicht.

In den 90er-Jahren Millionen verdient
McAfee ist der Gründer der gleichnamigen Software-Firma, die unter anderem Programme gegen Viren und andere Schadsoftware entwickelt. Er verdiente Schätzungen zufolge in den 1990er-Jahren rund 100 Millionen US-Dollar, bevor er sich aus dem Silicon Valley verabschiedete, um das Leben eines Abenteurers zu führen.

Nachdem McAfee ein Großteil seines Vermögens bei Spekulationen verloren hatte, übersiedelte er im Jahr 2009 nach Belize, wo er sich auf der Insel Ambergris Caye vor der Nordostküste des Karibikstaates niederließ. Hier soll sich das Leben des einstigen Internetpioniers in einem exzentrischen Lebensstil mit Drogen und Prostituierten verloren haben. Im April dieses Jahres wurde McAfee vorübergehend festgenommen, weil er mit einer 17-Jährigen zusammenlebte und Waffen in seinem Haus hortete.

Streit mit Nachbarn über "bösartige Hunde" und Leibwächter
Das spätere Mordopfer, McAfees Nachbar Gregory Faull, hatte sich wiederholt bei den Behörden über McAfee beschwert, weil dessen "bösartige Hunde" und aggressiven Leibwächter Anwohner und Touristen einschüchterten. Am 11. November fand Faulls Haushälterin ihren Arbeitgeber mit einer Kugel im Kopf tot in einer Blutlache.

Gegenüber der Zeitschrift "Wired" hatte McAfee erklärt, er sei beunruhigt, weil Faulls Killer auch hinter ihm her seien. Mitte November hatte der Ministerpräsident von Belize, Dean Barrow, den US-Unternehmer als "verrückt" und "paranoid" bezeichnet, nachdem McAfee der örtlichen Polizei Mordabsichten unterstellt hatte, weil er keine Wahlkampfspenden an Politiker in Belize mehr zahle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Kuriose Szene
Harnik-Ferserltor bei Bremens 3:1 gegen Hertha
Fußball International
Altach siegt 2:1
WAC mit lockerem 4:0 ins Cup-Achtelfinale
Fußball National
4 Aktivisten im Finale
Russen stoppten 170 Flitzer während der WM
Fußball International
SPÖ-Personalrochaden
„Mit neuem Team rasch an die Arbeit gehen“
Österreich
Leihgeschäfte im Fokus
FIFA-Boss will das Transfer-System ändern
Fußball International
Mit Katia Wagner
#brennpunkt-Talk: Sind Frauen bessere Politiker?
Video Show Brennpunkt

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.