"Wir weisen die Asylanfrage zurück", hatte Guatemalas Präsident Perez am Donnerstag verkündet. Er werde nicht erlauben, dass Menschen nach Guatemala einreisen, die vor Mordermittlungen flüchten. McAfee werde an Belize ausgeliefert, "sobald sein rechtlicher Status geklärt ist", fügte Perez hinzu. Außenminister Harld Caballeros bekräftigte die Auslieferung. In Belize liege weder ein Haftbefehl noch eine Anklage gegen McAfee vor. "Sie wollen ihn nur befragen", sagte Caballeros.
McAfees Anwalt betonte indes, dass sein Mandant noch einige rechtliche Möglichkeiten habe, seine Auslieferung zu verhindern. US-Botschafter Arnold Chacon sagte, die US-Botschaft beobachte den Fall und stehe in Kontakt mit den Behörden Guatemalas. Weiter kommentieren wollte er den Fall nicht.
Der 67-jährige McAfee war im November aus seiner Wahlheimat Belize geflohen, nachdem dort dessen Nachbar Gregory Faull tot aufgefunden worden war. Am Mittwoch stellte der illegal eingereiste Softwareunternehmer in Guatemala einen Asylantrag und wurde kurz darauf festgenommen (siehe Infobox). Laut einem Eintrag auf seinem Blog hatte McAfee bei der US-Vertretung eine Überstellung in die USA beantragt.
Faull im November ermordet
McAfee ist der Gründer und frühere Chef der gleichnamigen Software-Firma, die unter anderem Programme gegen Viren und andere Schad-Software entwickelt. Die US-Bürger Faull und McAfee lebten Haus an Haus auf der Karibikinsel Ambergris Caye vor der Nordostküste des Kleinstaats, bis Faull im vergangenen Monat mit Einschusslöchern tot in seinem Pool gefunden wurde. Der Polizei zufolge gab es keine Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen in das Haus von Faull, allerdings fehlten ein Mobiltelefon und ein Laptop. Faull soll sich in der Vergangenheit über McAfees aggressives Auftreten beschwert haben.
Gegenüber der Zeitschrift "Wired" hatte McAfee erklärt, er sei beunruhigt, weil Faulls Killer hinter ihm her seien. Mitte November hatte der Ministerpräsident von Belize, Dean Barrow, den US-Unternehmer als "verrückt" und "paranoid" bezeichnet, nachdem dieser der örtlichen Polizei Mordabsichten unterstellt hatte, weil er keine Wahlkampfspenden mehr zahle.
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