Zahlen oder Zustimmen

Verbraucherschützer klagen gegen Facebook

Web
14.05.2024 08:04

Verbraucherschützer in Deutschland haben Klage gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta eingereicht. Dass sich zahlreiche Facebook- und Instagram-Nutzerinnen voriges Jahr entscheiden mussten, die Dienste entweder mit personalisierter Werbung weiterzunutzen oder für Werbefreiheit zu bezahlen, sei rechtswidrig, so der Vorwurf der Verbraucherzentrale (VZ).

„Es kann nicht sein, dass sich große Unternehmen wie Meta nicht an geltende Regeln halten“, sagte VZ-NRW-Vorstand Wolfgang Schuldzinski. Eine Meta-Sprecherin widersprach hingegen und betonte, dass man sich an geltendes Recht gehalten habe.

Die Abos seien dafür entworfen worden, den Menschen Kontrolle darüber zu geben, ob Meta ihre Daten für personalisierte Werbung nutzen dürfe, so die Unternehmensvertreterin. Einem Urteil des EU-Gerichtshofs zufolge seien werbefreie Abomodelle ein legaler Schritt, um von den Menschen die Zustimmung für personalisierte Werbung einzuholen.

„Abschreckend hoher Preis“
Bei der „Zahlen oder Zustimmen“-Frage („Pay or Consent“) war aus Sicht der Verbraucherschützer keine Wahl auf freiwilliger Basis möglich. Dadurch liege ein zentraler Verstoß gegen den Datenschutz vor. Meta habe es in der Gestaltung der Angebotsoptionen samt eines „abschreckend hohen Preises“ darauf angelegt, dass Nutzerinnen und Nutzer gar nicht anders konnten, als der kostenfreien Nutzung zuzustimmen – „und Meta damit das umfassende Nutzertracking zum Zweck personalisierter Werbeanzeigen zu gestatten“, moniert die Verbraucherzentrale.

Außerdem kritisieren sie, dass Meta bei dem Werbefrei-Abo nicht ausreichend deutlich gemacht habe, dass sehr wohl noch Daten gesammelt würden. „Nutzerinnen und Nutzer, die das nicht wissen, wähnen sich nach Abschluss des Abos gegebenenfalls in dem vermeintlichen Gefühl, ihr Nutzerverhalten werde nicht gespeichert“, sagt Schuldzinski.

Beschwerde aus Österreich
Es ist nicht das erste Mal, dass Meta wegen des „Pay or Consent“-Vorgehens Ärger mit Verbraucherschützern bekommt. Im November reichte die Datenschutzorganisation noyb Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde ein. 

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele