"Blackout" im Netz

Nutzer veralteter Browser sollen schwarz sehen

Web
20.08.2012 12:19
Dem Internet Explorer steht die vielleicht dunkelste Stunde in seiner bisherigen Geschichte bevor: Am 26. Oktober sollen Websites schwarz bleiben, die nicht mit der aktuellen Version 9 des Microsoft-Browsers angesurft werden. Das Ziel dieser "Go dark for IE" getauften Aktion: Die Welt von veralteten Versionen des Browsers zu befreien.

"Alte Browser schaden dem Web", heißt es auf der Website zu "Go dark for IE": "Sie verstehen keine modernen Technologien, ihnen fehlen Funktionen, sie sind fehleranfällig, haben Sicherheitslücken und verhindern, dass man das Web so sieht, wie es sein sollte." Man solle sich bloß einmal vorstellen, welche großartigen Verbesserungen wir heute vermissen würden, wenn niemand jemals seinen alten Fernseher oder Computer ausgetauscht hätte, so die Initiatoren der Aktion.

Kurzum: Alte Browser bremsen den Fortschritt des Internets. Ihre Nutzer sollen daher nun auf recht rüde Art zu einem Umstieg bewogen werden. Das Vorhaben: Am 26. Oktober sollen möglichst viele Websites für die Nutzer älterer IE-Versionen schwarz bleiben. Dass man zu solch drastischen Mitteln greift, anstatt etwa per Banner für einen Browserwechsel zu werben, hat laut "Go dark for IE" einen guten Grund: "Manche Nutzer upgraden einfach nicht. Die Gründe dafür sind einfach: Manchen ist es schlichtweg egal, manche wissen nicht wie und manche können es aufgrund ihrer IT-Abteilung nicht."

Hoher Kosten- und Zeitaufwand
Solange veraltete Browserversionen auf einem Rechner installiert seien, würden diese auch genutzt – und Entwickler seien weiterhin dazu gezwungen, ihre Websites entsprechend zu programmieren und zu gestalten. Das koste zusätzliche Zeit, die dann für die Entwicklung neuer, moderner Websites fehle. Die einzige Möglichkeit, einen Nutzer zum Umstieg zu bewegen, bestünde darin, ihn wissen zu lassen, dass er veraltete Technologie nutze sowie die Unterstützung für ältere Browser einzustellen.

Aufruf zum Umstieg
Das man Nutzern von Microsofts in die Jahre gekommenen Betriebssystem Windows XP mit der Aktion möglicherweise vor den Kopf stößt, glauben die Initiatoren nicht: Aufgrund der fehlenden Unterstützung könnten sie zwar nicht auf den IE9 upgraden, es stünde ihnen jedoch frei, sich für einen anderen modernen Browser zu entscheiden. Angeführt werden daher neben einem Downloadlink zu Microsofts Internet Explorer auch Links zu Googles Chrome, Mozillas Firefox, Apples Safari und Opera.

Wer sich am kollektiven Browser-Blackout am 26. Oktober beteiligen will, findet auf der Website zu "Go dark for IE" zudem einen passenden Code zum Einbinden auf der eigenen Website, um diese für die Nutzer veralteter IE-Versionen zu schwärzen. Eine Auswahl jener Websites, die sich an der Aktion beteiligen, findet sich auf der Website zu "Go dark for IE".

Wer steckt dahinter?
Wer hinter der ganzen Aktion steckt, ist bislang unklar. Als sehr wahrscheinlich erscheint jedoch, dass Microsoft zumindest involviert ist - auch wenn entsprechende Hinweise fehlen. Der Konzern hatte in der Vergangenheit mit vergleichbaren Aktionen jedoch immer wieder versucht, seine Nutzer zu einem Browserumstieg zu bewegen. Auffällig ist zudem das Datum: Am 26. Oktober erscheint Windows 8 und mit ihm auch der neue Internet Explorer 10.

Einer Statistik von Netmarketshare zufolge surfen weltweit immerhin noch 3,04 Prozent der IE-Nutzer mit Microsofts IE7 - und sogar fast doppelt so viele, nämlich 5,55 Prozent, mit der noch älteren Version 6. Die aktuelle Version IE9 wird von 18,56 Prozent der IE-Nutzer verwendet, die Vorgängerversion 8 von 25,68 Prozent.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
20.08.2012 12:19
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung