Datenklau-Prozess

SAP und Oracle sehen sich erst im August vor Gericht

Digital
24.07.2012 09:00
Der Rechtsstreit zwischen SAP und dem US-Konkurrenten Oracle um Datenklau zieht sich weiter in die Länge. Ursprünglich war ein Gerichtstermin für den 18. Juni angesetzt worden. Dieser Termin verschiebt sich aber nun "aufgrund von Terminkonflikten seitens des Oracle-Rechtsteams" um mehr als zwei Monate auf den 27. August, wie die SAP AG mitteilte.

Der Rechtsstreit geht bereits in sein fünftes Jahr, nachdem Oracle die im vergangenen Jahr zugebilligte Schadenersatzsumme zu niedrig war. Eine Jury hatte dem US-Softwarekonzern 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zugesprochen, Richterin Hamilton empfand den Betrag jedoch als "extrem übertrieben" und stutzte ihn auf 272 Millionen Dollar. Daraufhin hatte sich Oracle entschieden, das Verfahren neu aufzurollen.

Die Verfehlungen, um die es geht, liegen lange zurück. Mitarbeiter der 2005 übernommenen und mittlerweile geschlossenen SAP-Tochter- und Software-Wartungsfirma TomorrowNow hatten im großen Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen. Die Staatsanwaltschaft von San Francisco kam bei ihren Ermittlungen auf mindestens 6.249 Fälle und brummte SAP eine Strafe von 20 Millionen Dollar auf, die das deutsche Unternehmen auch klaglos zahlte.

SAP hat die Verfehlungen längst eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. Die Deutschen sind zudem grundsätzlich bereit, Oracle den Schaden zu ersetzen. Doch scheiden sich die Geister an der Höhe der gerechten Wiedergutmachung: SAP bietet Millionen, Oracle verlangt Milliarden. Die beiden Firmen sind scharfe Konkurrenten bei Geschäftssoftware und Datenbanken.

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