Unter Auflagen

MegaUpload-Gründer zu Ausreise in die USA bereit

Web
11.07.2012 08:40
Der Gründer des im Jänner vom Netz genommenen File-Hosters MegaUpload, Kim Dotcom, früher Schmitz, hat sich gegen finanzielle Unterstützung zu einer Ausreise in die USA bereit erklärt. Die US-Behörden könnten sich ein langwieriges Auslieferungsverfahren ersparen, indem sie ihm seine Anwalts- und Lebenshaltungskosten erstatteten, bot der in Neuseeland lebende Schmitz am Mittwoch über Twitter an.

"Hey DOJ (Department of Justice, Justizministerium), wir werden in die USA gehen", schrieb Kim Dotcom über den Kurznachrichtendienst. "Auslieferung nicht nötig. Wir wollen Kaution, Freigabe der eingefrorenen Gelder für Anwälte und Lebenshaltungskosten."

"Justiz will mich finanziell austrocknen"
Dotcoms Vermögen war nach seiner Festnahme eingefroren worden. Gegenüber dem "New Zealand Herald" beklagte der 38-Jährige die "Millionen Dollar" an Schulden, die er inzwischen für Anwaltskosten angehäuft habe. Er warf der Justiz vor, ihn finanziell austrocknen zu wollen, damit er kein Geld für eine effektive Verteidigung habe. Dass die USA sein Angebot annehmen würden, glaube er nicht, sagte er der Zeitung. "Sie werden nie zustimmen, weil sie den Fall nicht gewinnen können, und das wissen sie bereits."

Anhörung zu Auslieferungsantrag verschoben
Der gebürtige Deutsche war bei einer Razzia im Jänner in Neuseeland festgenommen und einen Monat später gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Sein 2005 gegründetes Internetportal MegaUpload wurde geschlossen. Eine Anhörung zum Auslieferungsantrag der USA sollte ursprünglich am 6. August stattfinden, wurde nun aber auf März 2013 verschoben.

Dotcom drohen bis zu 20 Jahre Haft
MegaUpload erlaubte es seinen Nutzern, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. 

Die US-Behörden werfen Dotcom vor, Copyright-Besitzer in großem Stil um ihre Einkünfte gebracht zu haben. MegaUpload sei einer der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen gewesen. Den Rechteinhabern sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden. Sollte Dotcom wegen Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

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