Einem Bericht des britischen "Telegraph" zufolge soll Ruse im März vergangenen Jahres zusammen mit einem Freund auf dessen Vater losgegangen sein. Mit einem Baseballschläger und einem Schlagstock bewaffnet, prügelten die beiden demnach auf offener Straße auf den 45-Jährigen ein und fügten ihm eine schwere Kopfverletzung sowie Blutergüsse zu.
Obwohl bereits mehrfach wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung vorbestraft, bestritt Ruse während des anschließenden Verfahrens konsequent, in den Angriff verwickelt gewesen zu sein. Vermutlich wäre er damit sogar durchgekommen, hätte er kurz vor Verhandlungsende seinen Facebook-Status nicht auf "Wieder mal eine Woche vor Gericht" geändert.
"Ich denke, ich komme ungestraft davon, um ehrlich zu sein"
Denn als er daraufhin von einem Freund über das soziale Netzwerk zum Verlauf der Anhörung befragt wurde, prahlte Ruse damit, dass es gut für ihn aussehe und er wohl ungestraft davonkommen werde: "Yeah I think I get away with it tbh (to be honest, Anm.)".
Ein Schuldeingeständnis, befanden die Richter, nachdem sie mit dem anonym dem Gericht zugespielten Facebook-Posting konfrontiert worden waren. Angesichts der veränderten Beweislage blieb dann auch Ruse nichts anderes mehr übrig, als auf schuldig zu plädieren.
Richter als "hochnäsig" beleidigt
Dumm gelaufen, möchte man meinen, doch der 21-jährige Straftäter legte noch einen drauf und postete nur wenige Stunden vor der Urteilsverkündung erneut auf Facebook und beleidigte den zuständigen Richter Ian Pearson als "hochnäsig".
Dummheit schützt vor Strafe nicht
Der hielt in seinem anschließenden Urteilsspruch fest, dass Ruses Dummheit weder eine Entschuldigung darstelle, noch ein Grund für eine Strafmilderung sei, und verurteilte den jungen Mann daher zu 46 Wochen Gefängnis, zwei Jahren auf Bewährung und sechs Monaten nächtliche Ausgangssperre. Hinzu kommen Gerichtskosten in Höhe von 250 Pfund (rund 308 Euro). "Er braucht Hilfe in Bezug auf seine Denkfähigkeit", befand auch der Verteidiger von Michael Ruse.
Dieser gelobt nun immerhin Besserung, und zwar – wie könnte es anders sein – auf Facebook: "Wenn ich nach Hause kommen, fange ich besser damit an, mein Leben in den Griff zu bekommen - muss mich für zwei Jahre aus Problemen raushalten", schrieb er.
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