Mi, 15. August 2018

Irres Archiv

12.03.2012 13:42

Software-Pionier sammelt seit 1989 alle seine Daten

Jede E-Mail, jedes Telefonat, jeder Anschlag auf der Tastatur - Software-Pionier Stephen Wolfram sammelt seit dem Jahr 1989 praktisch alle seine Daten. Er habe gedacht, er sei nur einer von vielen, die ihre Daten so akribisch sammeln, so Wolfram, doch offenbar habe er sich geirrt. Daher habe er vermutlich eine der weltgrößten Sammlungen persönlicher Daten.

Er habe immer schon ein Interesse an seinen Daten gehabt, beschreibt Wolfram - Entwickler von Programmen wie Mathematica und Wolfram Alpha - in seinem Blog. Er habe daher seit 1989 einfach alles gespeichert - jede E-Mail, jedes Telefonat, jeden Tastenanschlag, genau wie die Anzahl seiner Schritte und abgelegte Dateitypen. Wolfram hat sich sogar die Mühe gemacht, alle Papier-Dokumente zu digitalisieren. Dieses riesige Archiv hat er nun mithilfe selbst entwickelter Software ausgewertet.

Herausgekommen ist eine wohl vor allem für den Autor spannende Übersicht. So ist etwa sein Schlafrythmus genau nachzuvollziehen - Wolfram ist eine Nachteule -, aber auch die allabendliche Pause für das gemeinsame Abendessen mit der Familie. Auch die Arbeit an seinem Buch "A New Kind of Science" bis zum Jahr 2002 sind klar zu erkennen. Danach kam Wolfram zwar wieder zu regelmäßigerem Schlaf, dafür hat er seine einsame Arbeit vor dem PC gegen mehr öffentliche Auftritte eingetauscht, wie unter anderem aus den Daten seiner Kalendereinträge hervorgeht.

Wolfram hat durch die Analyse außerdem herausgefunden, dass er über 100 Millionen Anschläge an der Tastatur getippt hat, seit er diese 2002 aufzuzeichnen begann. Sieben Prozent davon entfallen auf die Leertaste. Außerdem ergibt die Analyse, dass Wolframs Tätigkeit am PC seit Jahren ebenso konsistent ist wie die Anzahl seiner Schritte.

"Nerdige" Analyse schon bald "unglaublich nützlich"
Interessanterweise findet Wolfram diese aufgearbeiteten Daten spannender als sein entschlüsseltes Genom, das er noch nicht verarbeitet habe, so der Software-Pionier. Er glaube jedenfalls an eine große Zukunft für die persönliche Datenanalyse. Mit ihrer Hilfe könne man sich nicht nur einzelne Ereignisse und ihre Folgen in Erinnerung rufen, sondern auch Anomalien finden.

So könne man nicht nur herausfinden, wie und warum Dinge passieren, sondern auch Vorhersagen für die Zukunft treffen, ist Wolfram sicher. Noch wirke die persönliche Computeranalyse "nerdig", aber schon bald werde sie sich als "unglaublich nützlich für uns alle" herausstellen. Dann würden sich viele wünschen, sie hätten früher damit begonnen, all ihre persönlichen Daten zu sichern, so Wolfram.

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