Eine in Tirol geborene Bosnierin (30) kassierte über Monate Sozialleistungen, obwohl sie als Prostituierte tätig war. Doch dann ließ sie ein verdeckter Ermittler der Polizei auffliegen. Nicht nur deshalb saß die Frau nun in Innsbruck vor Gericht.
Illegale Prostitution, verschwiegenes Einkommen und kassierte Sozialleistungen – doch dann fiel die 30-Jährige auf einen verdeckten Ermittler hinein und ihre über ein Jahr dauernde Tätigkeit als Sexarbeiterin flog auf. Wie hoch dabei ihre Einnahmen waren, blieb unklar. „In diesem Gewerbe wird nicht Buch geführt“, erklärte ihr Verteidiger.
Wir haben uns geliebt und nicht wegen des Aufenthaltstitels geheiratet. Am Ende hat es halt nicht gepasst.
die 30-Jährige
Kurz vor Prozessbeginn zahlte die Frau 8000 Euro an das AMS (gefordert werden rund 16.000 Euro) sowie 2000 Euro an die ÖGK zurück. Damit wurde der Schaden zumindest teilweise gutgemacht. Als Prostituierte soll die Bosnierin nun nicht mehr tätig sein.
Liebeshochzeit – oder war alles doch nur Schein?
Für zusätzliche Brisanz sorgte ihre Ehe mit einem 28-jährigen Österreicher mit bosnischen Wurzeln. Die Staatsanwaltschaft witterte nämlich eine Scheinehe zur Sicherung des Aufenthalts. Doch die mehrfach vorbestrafte Angeklagte widersprach: Man kenne sich seit der Kindheit, beide seien von früheren Partnern betrogen worden und aus einer „Rache-Aktion“ sei dann echte Liebe entstanden. „Wir haben aus Liebe geheiratet“, sagte sie. Die Ehe zerbrach jedoch rasch, die Scheidung ist bereits geplant. Einen Freier, dem sie von der Zweckehe erzählt hat, habe sie angelogen.
Wegen schweren Betruges wurden über die Frau 14 Monate Haft verhängt, zusätzlich sechs Monate aus einer früheren Verurteilung widerrufen. Vom Vorwurf der Scheinehe wurden sowohl sie als auch ihr Noch-Ehemann aber freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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