Feuertrupps müssen her

Kreml rüstet sich gegen zunehmende Drohnenangriffe

Außenpolitik
17.04.2026 18:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Da die ukrainischen Gegenangriffe mit Drohnen gegen Russland zunehmen, haben Behörden im Gebiet um Russlands Millionenmetropole St. Petersburg Reservisten zum Vertragsschluss bei der Flugabwehr aufgerufen.

Es sei die Entscheidung getroffen worden, zusätzliche mobile Feuertrupps auf dem Gelände von Unternehmen und kritischer Infrastruktur zu stationieren, schrieb der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, bei Telegram.

Drosdenko wandte sich an Einwohner mit militärischer Erfahrung. Behörden würden einen Dreijahresvertrag anbieten. Er sprach auch von mindestens zwei und maximal sechs Monaten Dienstzeit in einer Kaserne.

Ein militärisches Plakat mitten in St. Petersburg
Ein militärisches Plakat mitten in St. Petersburg(Bild: EPA/ANATOLY MALTSEV)

Neues Gesetz per Eilverfahren
Schon im vergangenen Oktober hatte die russische Tageszeitung „Kommersant“ vom Einsatz einer ersten Reservisten-Einheit zur Abwehr ukrainischer Drohnen im Gebiet Leningrad berichtet. Zugleich verabschiedete das russische Parlament im Eilverfahren ein Gesetz, um dieses neue Modell zum Schutz strategisch wichtiger Objekte durch Reservisten zu legalisieren.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift sie immer wieder die russische Ölindustrie an, die für Moskaus Finanzierung des Kriegs wichtig ist. Die wichtigen Ölhäfen Primorsk und Ust-Luga sowie die Großraffinerie Kirischi im Gebiet Leningrad waren mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Der Flughafen St. Petersburg muss immer wieder seinen Betrieb vorübergehend einstellen, wenn die Flugabwehr aktiv ist.

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