Anonymous-Protest

Website des Justizministeriums lahmgelegt

Web
24.01.2012 09:44
Die Webseite des Justizministeriums ist am Montagabend offenbar von der Hackergruppe Anonymous lahmgelegt worden. Sie war in den Nachtstunden teils nicht erreichbar. Mit der Aktion protestierte die Hackergruppe laut Angaben auf ihrer Twitter-Seite gegen das Anti-Internetpiraterie-Abkommen ACTA, das Österreich in ein bis zwei Wochen unterzeichnen wird.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement von EU und USA ist ein internationales Abkommen gegen Internetpiraterie und Urheberrechtsverletzungen. Die Unterzeichner verpflichten sich zur Kooperation und zur Schaffung neuer Gesetze, welche die Durchsetzung von Urheberrechten erleichtern sollen. Kritiker sehen darin jedoch einen Eingriff in die Privatsphäre der Internetnutzer, in die Grundrechte und die Freiheit des Internets.

Anonymous hatte vor dem Angriff am Montagabend eine Attacke auf die Seiten des Justiz-, Innen-und Wirtschaftsministerium sowie auf die Website von Bundeskanzler Werner Faymann angekündigt. Auf letztgenannte Seiten konnte gegen Mitternacht allerdings zugegriffen werden. Die Website des Justizministeriums ist mittlerweile ebenfalls wieder erreichbar.

Wie Justizministerin Beatrix Karl am Dienstag betonte, habe die Hacker-Attacke auf die Homepage ihres Ministeriums nur zu einem kurzfristigen Ausfall geführt. Der Zugriff auf sensible Daten sei den Hackern nicht möglich gewesen, sagte Karl am Rande des Ministerrats. Sie kündigte eine Anzeige gegen die Täter an.

Anonymous hatte im vergangenen Jahr wiederholt österreichische Webseiten angegriffen und hat mit "AnonAustria" einen österreichischen Ableger. Unter anderem wurden die Websites von SPÖ, FPÖ und der Grünen Opfer der Online-Aktivisten.

Angriffe auf Regierungs-Websites in Polen

In Polen, wo das umstrittene ACTA-Abkommen am Donnerstag unterzeichnet werden soll, ist es bereits seit dem Wochenende immer wieder zu Angriffen auf Regierungs-Websites gekommen. Am Dienstag legten Hacker die Website von Ministerpräsident Tusk lahm. Mehrere Internetseiten brachten zudem ihren Protest gegen das Gesetz zum Ausdruck, indem sie Teile ihrer Seiten schwärzten oder den Betrieb kurzweilig ganz einstellten (siehe Infobox).

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