Einer der Standardangriffe der Anonymous-Hacker sind DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service). Dabei werden Server gezielt mit Anfragen bombardiert, bis sie wegen Überlastung nur noch langsam funktionieren oder zusammenbrechen. Das fällt umso leichter, je mehr Rechner Teil des DDoS-Netzes sind - und genau hierfür missbrauchen die Hacker nun offenbar ihre Twitter-Anhänger.
233.600 dieser "Follower" hat Anonymous im Kurznachrichtendienst bereits angesammelt, doch die Sicherheitsfirma Sophos warnt in ihrem Blog vor einem Weiterverbreiten von Links der Hacker. Diese würden zwar aussehen wie herkömmliche Weblinks, führten aber dazu, dass vom eigenen PC aus DDoS-Angriffe vorgenommen werden. Der Rechner werde so Teil einer "Zombie-Armee".
Unwissenden Nutzern drohen Konsequenzen
Problematisch sei nicht nur, dass die Hacker damit ahnungslose User ausnützen, sondern vor allem, dass diese mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Die Verteidigung, man habe lediglich auf einen Link geklickt und nicht geahnt, was dadurch ausgelöst wurde, schütze möglicherweise nicht vor Strafe, so Sophos.
Breitflächige Racheangriffe
Anonymous hat in den vergangenen Tagen verschiedenste Ziele angegriffen. So wurden aus Rache für die Schließung des Internetdienstes MegaUpload (siehe Infobox) etwa die Websites des FBI, der US-Filmvereinigung MPAA, der US-Copyright-Behörde, der US-TV-Station CBS sowie des Filmriesen Universal und des Musikablegers UniversalMusic lahmgelegt. Auch die Seiten des französischen Film- und Musikunternehmens Vivendi und des Plattenlabels EMI hat Anonymous zu Fall gebracht.
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