Genau hier will die GVU ansetzen. Zum einen spreche man mit der Werbewirtschaft schon länger über eine Selbstverpflichtung, Anzeigen nur auf legalen Plattformen zu schalten. Bleibe dies ergebnislos, müsse eventuell "irgendwann die Frage nach der rechtlichen Verantwortung gestellt werden", sagte Leonardy. Er räumte ein, dass bei einem solchen Vorgehen höchstens deutsche Agenturen und Werbetreibende ins Visier genommen werden könnten.
Derzeit passiere aber auch hier zu wenig: "Es gab sehr schnell einen Konsens, dass da keine Werbung sein sollte, aber keinen Konsens, wie sie da nicht hinkommt." Die GVU macht sich zudem für die Sperrung des Zugangs zu illegalen Film- und Software-Angeboten stark - oder zumindest einen ausdrücklichen Warnhinweis beim Aufrufen der Seiten.
"Es ist ein ständiger Kampf"
Die von der Film- und Unterhaltungssoftware-Industrie getragene Organisation gibt zu, dass die Lücke durch die Abschaltung von kino.to schnell durch andere Angebote gefüllt wurde. Die Nutzerzahlen lägen nach einem kurzfristigen Knick Schätzungen zufolge wieder auf gleicher Höhe, sagte Leonardy. Es sei ein ständiger Kampf: "Nach kino.to ist vor kino.to."
Die Abschaltung der illegalen Streaming-Plattform habe die Ausleihen in den Videotheken zeitweise um 25 Prozent steigen lassen. Mit der Ausbreitung von Ersatz-Angeboten im Netz sei dieser Effekt jedoch schnell wieder verpufft.
2,5 Millionen Euro bei Razzia entdeckt
Die Behörden hatten kino.to im Sommer gestoppt. Auf der Plattform fanden sich nach früheren Angaben mehr als eine Million Links zu geschützten Werken aus Film und Fernsehen. Im Juni waren bei einer europaweiten Razzia zwölf Beschuldigte festgenommen worden, die als Betreiber der illegalen Plattform gelten. Auf Konten fanden die Ermittler rund 2,5 Millionen Euro. Die Drahtzieher saßen nach Erkenntnissen der Ermittler in Leipzig.









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