Google Buzz war ein früherer Versuch, mit Facebook und dem Kurzmeldungsdienst Twitter zu konkurrieren. Nutzer konnten mit anderen kurze Nachrichten, Fotos, Videos oder Links teilen. Beim Start im Februar 2010 leistete sich Google jedoch eine folgenschwere Panne: Das auf Googles Mail-Dienst basierende Buzz übernahm automatisch zahlreiche E-Mail-Kontakte und machte diese für andere sichtbar. Die Konsequenz waren Nutzerklagen und eine Untersuchung amerikanischer Behörden. Diese wurde erst beigelegt, als Google sich zu regelmäßigen unabhängigen Kontrollen des Umgangs mit der Privatsphäre in den kommenden 20 Jahren bereit erklärte.
Aus für Kurzmitteilungsdienst "Jaiku"
Endgültig vor dem Aus steht nach Firmenangaben auch "Jaiku", ein einst vielversprechender Kurzmitteilungsdienst, den Google 2007 gekauft hatte, der aber schon lange ein Schattendasein führt. Bei "iGoogle", der Möglichkeit, die Google-Suchseite zu personalisieren, werden die "sozialen" Funktionen zum Vernetzen mit anderen Nutzern entfernt. Außerdem schließen "Code Search", ein Spezialdienst, mit dem im Web nach offenem Software-Code gesucht werden konnte, sowie ein Programm, mit dem einige Universitäten auf die Google-Suchmaschine zugreifen konnten.
Fokus auf Google+
Die Botschaft dieser Schließungen ist klar: Google+ ist die zentrale Netzwerk-Plattform des Internet-Konzerns, alles andere muss weichen. Google-Chef Larry Page bekräftigte erst einen Tag zuvor zur Vorlage der Quartalszahlen den Plan, Google+ in alle Dienste des Konzerns "einzubacken". Der im Sommer zunächst im Testbetrieb gestartete Dienst hat wenige Wochen nach Öffnung für jedermann rund 40 Millionen Nutzer. Facebook ist die Nummer eins der Online-Netzwerke mit rund 800 Millionen Mitgliedern.
Google schloss in diesem Jahr bereits mehr als ein Dutzend seiner Dienste, um Entwickler-Kapazitäten für Google+ freizuschaufeln. Mitgründer Page hatte bereits bei seiner Rückkehr an die Konzernspitze im Frühjahr angekündigt, er wolle Google stärker auf Kernbereiche fokussieren.
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