Individuelle Therapie

Reizdarm quält Betroffene auf verschiedene Weise

Gesund Konkret
15.04.2023 14:00

1 Million Österreicher sind schätzungsweise von Reizdarm betroffen. Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Da die Symptome recht unterschiedlich sein können, benötigt jeder seine ganz individuelle Therapie.

Beim Reizdarm-Syndrom handelt sich um Funktionsstörungen des Darms, die länger als drei Monate andauern und denen keine erkennbare organische Darmerkrankung zugrunde liegt. Krampfartige oder dumpfe Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfälle - die Vielfalt an Beschwerden macht eine Standardtherapie nach „Schema F“ praktisch unmöglich. Wichtig ist dabei das ausführliche Gespräch zwischen Arzt und Patient, um die Behandlung ganz gezielt abzustimmen. Und es muss von Anfang an klar gestellt werden, dass das Reizdarmsyndrom nicht heilbar ist.

Das Reizdarmsyndrom ist nicht heilbar. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten schlägt therapeutische Maßnahmen vor, welche die Beschwerden deutlich lindern und die Lebensqualität verbessern.

Stressreduktion als Basismaßnahme
Entspannungsverfahren umfassen Strategien wie etwa progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Hypnotherapie, autogenes Training und Meditation, deren konsequente Umsetzung in klinischen Studien eine ausgezeichnete Wirkung zeigt.

 Anpassung des Essverhaltens
Komplettes Weglassen bestimmter Lebensmittel sollte vermieden werden. Begründete Ausnahmen: etwa ärztlich diagnostizierte Störung der Kohlenhydrataufnahme.

Führen Sie ein Ess-Tagebuch!
Betroffenen wird empfohlen, ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch zu führen, um Unverträglichkeiten und Auslöser für Beschwerden zu identifizieren.

Fakten

FODMAPs sind Kohlenhydraten, die in vielen Nahrungsmitteln vorkommen und im Dünndarm nur schlecht aufgenommen werden. Sie wandern somit zu rasch in den Dickdarm, wo sie von Bakterien vergoren werden. Als Nebenprodukt des Gärungsprozesses werden Gase, z. B. Wasserstoff, freigesetzt. Diese sind zwar nicht schädlich, können aber bei empfindlichen Menschen Schmerzen, Durchfall und Blähungen verursachen.

FODMAP-Diät
Dabei werden Lebensmittel, die viele sogenannte fermentierbare Kohlenhydrate enthalten, reduziert. Die Abkürzung steht für fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole. In Absprache mit dem Arzt lässt man zunächst alle Lebensmittel mit hohem FODMAP-Gehalt für mehrere Wochen weg, um herauszufinden, ob lediglich ein bestimmter Bestandteil wie z. B. Lactose oder Fructose gemieden werden muss. Dann kann man langsam einzelne Lebensmittel - je nach Verträglichkeit - wieder auf den Speiseplan setzen. 

Therapie mit Heilpflanzen
Zu den empfohlenen phytotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gehören etwa Pfefferminz- und Kümmelöl bei Schmerzen und Blähungen. Jeder Therapieversuch mit Heilpflanzen mit dem Arzt abgesprochen werden. 

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