Facebook-Rivale

Google startet eigenes soziales Netzwerk “Google+”

Web
29.06.2011 09:18
Seit Monaten war darüber spekuliert worden, dass Google ein Gegenstück zu Facebook startet. Bisherige Vorstöße in die sozialen Netzwerke wie der Dienst Buzz hatten sich jedoch eher als Fehlschlag erwiesen. Jetzt wagt der Suchmaschinenriese einen neuen Vorstoß: "Google+" nennt sich das am Dienstagabend angekündigte Projekt, mit dem der Internetkonzern einen Gegenpol zum beliebten Facebook setzen möchte.

Die Stärke von Google+ liegt den Entwicklern zufolge darin, dass die Nutzer Informationen mit ausgewählten Menschen teilen können statt mit allen ihren Online-Bekannten. "Man steht zu unterschiedlichen Leuten in unterschiedlichen Beziehungen", schrieb Google-Entwickler Vic Gundotra am Dienstag im Firmenblog. "Das Problem ist, dass heute jeder im Web den Stempel 'Freund' aufgedrückt bekommt und das Teilen von Inhalten unter diesem Freundschaftsbrei leidet."

Im Mittelpunkt von Google+ sollen daher sogenannte "Circles" ("Kreise") stehen, über die sich Nutzer mit ausgewählten Personen austauschen können, etwa ihrem Freundes-, ihrem Bekannten- oder ihrem Kollegenkreis. Dabei sind auch Videochats in größerer Gruppe ("Hangouts") möglich oder der einfache Chat per Text ("Huddle"). Quasi als Gegenstück zu den Gruppen auf Facebook sollen bei Google die sogenannten "Sparks" fungieren, mit denen Nutzer Unterhaltungen zu beliebigen Themen starten können sollen.

Google selbst liefert dabei eigenen Angaben zufolge "packende Inhalte aus dem Web zu jedem beliebigen Thema, in über 40 Sprachen". Nutzer sollen so "immer etwas zum Anschauen, Lesen und Teilen" mit "genau dem richtigen Freundeskreis" haben. Auf Wunsch lassen sich mit Google+ schließlich auch mit dem Smartphone geschossene Fotos direkt auf die Google-Server hochladen und mit ausgewählten Menschen teilen.

Besonderes Augenmerk will man dabei eigenen Angaben zufolge auf den Datenschutz legen. Im Blogeintrag heißt es hierzu: "Über eine Milliarde Nutzer weltweit vertrauen Google, und wir nehmen dieses Vertrauen sehr ernst. Seit über zehn Jahren steht der Nutzer für uns an erster Stelle, mit dem Fokus auf einfachen Datenexport von unseren zu anderen Diensten, ein offenes Internet und die Freiheit für Nutzer, die Identität anzunehmen, die sie möchten. Es ist uns bewusst, dass Google+ ein neuartiges Projekt ist, das einen anderen Schwerpunkt erfordert: eure Person. Deswegen geben wir euch differenziertere Optionen, privat zu bleiben oder Dinge öffentlich zu machen, mehr Auswahlmöglichkeiten im Hinblick auf eure Daten und eure Kontakte und mehr Gelegenheiten, uns zu sagen, ob wir das auch gut machen."

Inwieweit Google diesem Versprechen gerecht wird, ist derzeit noch offen. Google+ läuft vorerst lediglich im Testbetrieb mit einer kleinen Schar an Nutzern. "Das Projekt kann momentan nur auf Einladung genutzt werden", schrieb Entwickler Gundotra. Wann es für die Allgemeinheit freigeschaltet wird, ist unklar. Der Suchmaschinenriese muss sich allerdings ranhalten, weil inzwischen immer mehr Leute immer mehr Zeit beim Konkurrenten Facebook verbringen – Zeit und somit Geld, das dem werbefinanzierten Gegenspieler Google verloren geht.

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