Insbesondere durch immer mehr internetfähige Smartphones und die wachsende Beliebtheit von Tablets steigt der Bedarf für zusätzliche WLAN-Frequenzen. Schließlich funken die meisten WLAN-Router in einer Frequenz von 2,4 Gigahertz, allerdings funktionieren hier nur drei Kanäle überlappungsfrei - surfen mehr Menschen in der nahen Umgebung per WLAN, ist das Netz überlastet.
Umgangen werden kann das Problem bisher nur durch die Nutzung der 5-Gigahertz-Frequenz, allerdings sind die meisten Smartphones damit nicht kompatibel.
Microsoft erprobt "Super-WiFi" bereits
Ungenutzte Rundfunkfrequenzen sollen nun die Lösung sein, berichtet "CNET". Microsoft experimentiert in seinem Hauptquartier in Redmond mit Frequenzbereichen von 300 bis 400 Megahertz, die in den USA 2008 zur lizenzfreien Nutzung freigegeben wurden. Nur zwei Basisstationen sind laut des Unternehmens nötig, um das Areal von zwei Quadratkilometern mit drahtlosem Internetzugang zu versorgen.
Besseres Signal auf größerer Fläche
Der Vorteil des von Microsoft getesteten Frequenzbereichs liegt vor allem darin, dass damit weite Strecken überwunden werden können. Das Signal reist mindestens drei Mal weiter als jenes von herkömmlichem WLAN, damit kann es mit gleichem Aufwand eine neun Mal so große Fläche abdecken. Zudem dringt das das Signal leichter durch Wände, so ist es auch innerhalb von Gebäuden stark - im Gegensatz zu herkömmlichem WLAN.
Gebäude aus Stein als echter Härtetest für "Super-WiFi"
Der erste "öffentliche" Test findet ab Mittwoch im britischen Cambridge statt. Microsofts hat dazu ein Konsortium mit drei Partnern gegründet - der Rundfunkanstalt BBC, dem Pay-TV-Anbieter British Sky Broadcasting und dem Telekommunikationsunternehmen British Telecom (u.a. Mobilfunk- und Internetprovider). Gemeinsam soll bewiesen werden, dass "Super-WiFi" den Fernsehempfang nicht stört, handelt es sich doch um nicht genutzte Frequenzen für terrestrisches Fernsehen. Cambridge sei ausgewählt worden, da die Stadt dicht bebaut sei und über zahlreiche historische Gebäude aus Stein verfüge, zitiert "The Telegraph". Hier soll sich "Super-WiFi" beweisen, da herkömmliches WLAN oft an seine Grenzen stößt.
Mit welcher Geschwindigkeit Daten im neu verwendeten Frequenzbereich übertragen werden, ist unterdessen nicht klar. Ein Microsoft-Sprecher gab bisher lediglich an, man könne dadurch "wesentlich mehr Menschen an mehr Orten" drahtlose Verbindungen ermöglichen. Sollten die Tests in Großbritannien erfolgreich sein, könnten in ganz Europa nicht verwendete Rundfunkfrequenzen zur WLAN-Nutzung freigegeben werden.
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