Bei einem trägen Darm erfolgt die Entleerung meist langsam und oft sogar schmerzhaft. Das kann mitunter chronisch werden. So bekämpfen Sie die Verstopfung
Völlegefühl, allgemeines Unwohlsein und aufgeblähter Bauch - die häufigste Form der Verstopfung stellt die sogenannte „Slow-Transit-Obstipation“ dar. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass der Darm sich nur wenig bewegt und sein Inhalt nur langsam vorwärts transportiert wird. Dadurch verhärtet sich dieser immer mehr. Von Verstopfung (Obstipation) spricht man übrigens, wenn der Stuhlgang vier Tage ausbleibt, zur Darmentleerung starkes Pressen erforderlich ist und dauerhaft ein Gefühl der unvollständigen Entleerung besteht. Dauert dies mehr als drei Monate regelmäßig an, dann liegt eine chronische Form der Verstopfung vor.
Frauen häufiger betroffen als Männer
Vor allem in der zweiten Zyklushälfte, wenn der Hormonspiegel abnimmt, klagen viele Frauen über Obstipation. Die Abnahme der Hormone soll auch dafür verantwortlich sein, dass viele Frauen in den Wechseljahren von chronischer Verstopfung betroffen sind. Die Hauptursachen stellen aber vor allem ballaststoffarme Ernährung und zu wenig Bewegung dar. Empfehlenswert sind etwa 30 g Ballaststoffe täglich. In schweren Fällen von Verstopfung sollten es sogar 40 bis 50 g sein. Enthalten sind diese vor allem in Vollkornprodukten, Leinsamen, Gemüse und Obst. Die Umstellung auf faserreiche Kost sollte nicht abrupt erfolgen. Der Darm kann sich nur langsam daran gewöhnen, sonst drohen erst recht Blähungen und Bauchschmerzen. Unbedingt ausreichend dazu trinken, denn Ballaststoffe quellen und benötigen dafür Flüssigkeit.
Bei Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs und leichten Beschwerden werden nichtlösliche Ballaststoffe wie etwa Leinsamen und Flohsamenschalen empfohlen.
Mag. pharm. Eva Owesny, Pharmazeutin
Darmbakterien brauchen Futter
„Lösliche“ Ballaststoffe wie Pektine z. B. in Blattgemüse, werden nahezu vollständig von den Darmbakterien zersetzt, wodurch die Darmflora gesund erhalten bleibt. „Unlösliche“ Ballaststoffe findet man hingegen vor allem in Getreide und Hülsenfrüchten. Sie haben ein hohes Wasserbindungsvermögen und quellen daher auf. Im Dickdarm werden sie nur geringfügig durch die Darmbakterien zersetzt und folglich zum größten Teil über den Stuhl wieder ausgeschieden. Dadurch wird die Beweglichkeit des Darmtraktes und somit die Verdauung angeregt. „Bei Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs und leichten Beschwerden werden nichtlösliche Ballaststoffe wie etwa Leinsamen und Flohsamenschalen empfohlen“, erklärt Mag. pharm. Eva Owesny, in der „Apothekerkrone“.
Auch eine Krankheit kann dahinterstecken
Sollte eine Verstopfung jedoch länger andauern, dann unbedingt einen Arzt aufsuchen, um ein mögliches Darmleiden ausschließen zu können. Etwa das Reizdarm-Syndrom geht häufig mit Verstopfung, Durchfall, Übelkeit und Blähungen einher. Wer unter einer chronischen Darmentzündung wie Morbus Crohn leidet, kann ebenfalls eine Obstipation entwickeln. Außerdem haben auch bestimmte Medikamente als Nebenwirkung, dass der Darm träger wird.
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