04.12.2021 07:32 |

Waffenzugang erlaubt

Blutbad an US-Highschool: Anklage gegen Eltern

Nach den tödlichen Schüssen in einer Schule im US-Bundesstaat Michigan hat die Staatsanwaltschaft die Eltern des mutmaßlichen 15-jährigen Täters angeklagt. James und Jennifer C. wird Totschlag in jeweils vier Fällen vorgeworfen, erklärte Staatsanwältin Karen McDonald am Freitag. Die Eltern hätten die Tatwaffe gekauft, ihrem minderjährigen Sohn Zugang zu der Pistole erlaubt und Warnungen ignoriert, schilderte McDonald. Nach den Eltern wird gefahndet - laut ihren Anwälten haben sie die Stadt zu ihrer Sicherheit verlassen, wollen aber zu einer Anklageverlesung zurückkehren.

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Eine Anklage gegen die Eltern eines Täters bei einem solchen Gewaltakt in Schulen sei sehr selten, aber in diesem Fall seien die Fakten „ungeheuerlich“, sagte sie. Der 15-Jährige hat nach Polizeiangaben am Dienstag mit der Waffe, die sein Vater erst vier Tage zuvor gekauft hatte, vier Schüler getötet.

Zudem verletzte er sechs Schüler und eine Lehrerin. Der Zehntklässler ist unter anderem wegen Terrorismus mit Todesfolge und vierfachem Mord angeklagt. Die Anklage geht von einer vorsätzlichen Tat aus.

„Du musst lernen. nicht erwischt zu werden“
Der Vater James habe die Waffe am 26. November in Präsenz des Sohnes gekauft. Der Sohn habe noch am gleichen Tag in sozialen Medien ein Foto davon mit dem Kommentar „Habe heute meine neue Schöne bekommen“ veröffentlicht, wie McDonald berichtete. In der High School in Oxford sei der Sohn von einem Lehrer erwischt worden, als er im Internet nach Munition suchte. Die Schule habe die Mutter telefonisch und per Email informiert, aber keine Antwort erhalten, schilderte McDonald. Die Mutter habe dem Sohn daraufhin folgende SMS geschrieben: „lol - Ich bin nicht sauer. Du musst lernen, nicht erwischt zu werden“.

„Die Gedanken wollen nicht aufhören. Helft mir“
Am Morgen der Tat fand eine Lehrerin demnach bei dem späteren Schützen eine Zeichnung, die sie so verstörend fand, dass sie ein Foto davon machte. Zu sehen war darauf laut Staatsanwaltschaft eine Zeichnung der Waffe. Zudem stand dort: „Die Gedanken wollen nicht aufhören. Helft mir.“ Neben der Zeichnung einer Kugel befanden sich demnach die Wörter „überall Blut“, an anderer Stelle hieß es „die Welt ist tot“. Daraufhin seien die Eltern sofort an die Schule zitiert worden. Der Sohn habe die Zeichnung noch vor dem Treffen mit den Eltern abgeändert. In der Besprechung hätten die Eltern den Sohn nicht gefragt, ob er seine Waffe bei sich hätte, sagte McDonald.

„Die Vorstellung, dass ein Elternteil diese Worte liest und weiß, dass ihr Sohn Zugang zu einer tödlichen Waffe hatte, die sie ihm gegeben haben, ist unvorstellbar. Und ich denke, es ist kriminell“, sagte McDonald vor Journalisten.

„Tue es nicht“
Die Eltern hätten sich geweigert, ihren Sohn mit nach Hause zu nehmen, daher sei er zurück ins Klassenzimmer gegangen. Sie hätten auch seinen Rucksack nicht auf die Waffe hin durchsucht. Als dann bekannt wurde, dass jemand an der Schule auf Menschen schoss, schrieb die Mutter ihrem Sohn eine Nachricht mit den Worten „tue es nicht“. Der Vater fuhr daraufhin nach Hause und rief kurze Zeit später bei der Polizei an und gab an, dass seine Waffe fehlte, wie die Staatsanwältin schilderte. Die Waffe sei im Schlafzimmer der Eltern in einer unabgesperrten Schublade gelagert worden, berichtete McDonald. „Waffenhalter haben eine Verantwortung“, mahnte sie.

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