Ziele wackeln oft

NATO: Wer am meisten für Verteidigung ausgibt

Außenpolitik
07.07.2026 21:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nur fünf NATO-Länder werden in diesem Jahr voraussichtlich das Fünf-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben erreichen. Das teilte die Allianz am Dienstag mit und verwies auf die neuesten Schätzungen. Demnach werden die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanada auf 777 Milliarden US-Dollar (rund 680 Milliarden Euro) steigen.

Die NATO-Länder hatten bei ihrem Gipfel in Den Haag im vergangenen Jahr beschlossen, bis 2035 mindestens 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Hinzu kommen 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Posten. In diesem Jahr sollen nun fünf der 32 Länder das Ziel erreichen – nämlich Estland, Griechenland, Lettland, Litauen und Polen. Bei den verteidigungsrelevanten Posten schaffen es wohl 17 Staaten.

Länder wie Belgien, Spanien und Tschechien verharren in diesem Jahr noch bei Verteidigungsausgaben in der Höhe von zwei Prozent ihres BIP. Slowenien rutschte gar unter die Zwei-Prozent-Grenze, die nach einem Beschluss aus dem Jahr 2014 bis 2024 erreicht werden sollte. Insgesamt werden laut der NATO die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanada im Vergleich zum Vorjahr heuer um elf Prozent auf 777 Milliarden Dollar (rund 680 Milliarden Euro) steigen. Die USA geben 2026 mehr als eine Billion Euro für die Verteidigung aus.

Lastenverschiebung möglich?
Beim NATO-Gipfel in Ankara soll es am morgigen Mittwoch unter anderem um eine Lastenverschiebung zwischen den Vereinigten Staaten und den übrigen Verbündeten gehen. Das Weiße Haus hat immer wieder gefordert, dass die NATO-Partner mehr Verantwortung für ihre Verteidigungsfähigkeit übernehmen müssten. Diese halten wiederum entgegen, dass sie ihre Investitionen zuletzt deutlich gesteigert hätten.

Deutschlands Regierung hat zuletzt auch angekündigt, die Ausgaben bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Investitionen unseres Nachbarlandes 2026 um voraussichtlich 25,5 Prozent. Damit liegt der Wert bei 2,69 Prozent des BIP.

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