Hattmannsdorfer:

„Gasversorgung war zu jedem Zeitpunkt gesichert“

Innenpolitik
07.07.2026 16:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Österreichs Gasversorgung sei trotz des Iran-Kriegs „zu jedem Zeitpunkt gesichert“ gewesen, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Gas komme hierzulande nämlich vor allem aus Norwegen, den USA und dem Vereinigten Königreich. Flüssigerdgas aus der Golfregion werde nicht bezogen, sagte der Minister.

Der Iran-Krieg hat demnach zwar global zu Engpässen geführt, Österreich war davon aber nicht direkt betroffen. Derzeit sind die heimischen Gasspeicher laut Hattmannsdorfer zu 55,3 Prozent gefüllt, was 55,5 Terawattstunden (TWh) entspricht. Bis zum Beginn der Wintersaison soll ein gesamter Jahresbedarf eingelagert sein, das wären etwa 75 bis 80 TWh.

Der Iran-Krieg habe jedenfalls gezeigt, dass Preise und Lieferketten innerhalb weniger Tage kippen können, sagte der Wirtschaftsminister. „Wir müssen breiter einkaufen, wir müssen mehr selbst erzeugen.“ Dabei verwies der Politiker am Dienstag auf die heuer gestartete Gasförderung der OMV in Wittau. Zudem soll der Anteil fossiler Energieträger reduziert und stärker auf Elektrizität gesetzt werden.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Kommt Meldepflicht für Betriebe?
Bei Notfallinstrumenten sollte nachgeschärft werden. So soll der Staat laut Hattmannsdorfer bei Öl und Treibstoffen künftig früher Informationen zu den Lagerbeständen bekommen. Darüber hinaus sollen Betreiber künftig sofort melden müssen, wenn es bei wichtigen Energieanlagen zu Einschränkungen bei der Produktion kommt.

Beim Öl sei die Beschaffung in den letzten Monaten diversifiziert worden, sagte der Minister. Der hohe Importanteil aus Kasachstan von rund 55 Prozent wurde auf 45 reduziert. Weniger wird inzwischen auch aus Saudi-Arabien und dem Irak importiert, im Gegenzug wurde der Anteil aus den Vereinigten Staaten und Guyana erhöht. Bei Diesel importiert Österreich rund 69 Prozent, 71 Prozent davon kommen aus Deutschland.

Kerosin-Reserven eingekauft
Auch bei Kerosin ist die Versorgungslage laut dem Politiker stabil. „Wer vorhat, im Sommer von Österreich wegzufliegen, hat die Garantie, dass er oder sie mit dem Flugzeug auch wieder zurückkommt“, sagte Hattmannsdorfer. Die Reserven für Sommer und Herbst seien eingekauft. Überhaupt würden am Flughafen Wien rund 95 Prozent des Kerosin-Bedarfs von der OMV-Raffinerie in Schwechat gedeckt.

Dass die Preise, etwa beim Rohöl, mittlerweile wieder auf dem Vorkriegsniveau seien, könne sich dämpfend auf die Inflation auswirken, sagte Ökonom Harald Oberhofer von der Wirtschaftsuniversität Wien. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Situation stabil bleibe.

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