Die USA haben die Ausnahmegenehmigung zum Verkauf von iranischem Öl widerrufen. Dabei handelt es sich um eine Reaktion auf Attacken auf Öltanker in der Straße von Hormuz, zu denen sich zuletzt aber niemand bekannt hatte. Die Ölpreise zogen daraufhin direkt an.
Die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich nachbörslich um jeweils mehr als drei Prozent. Steigende Ölpreise treiben die Inflationserwartungen. Dadurch wird etwa die Wahrscheinlichkeit höher, dass die US-Notenbank die Leitzinsen anheben könnte. Zuletzt hatte sich die Lage deutlich entspannt, allerdings gab es nun in der Straße von Hormuz wieder Angriffe auf Tanker. Wie berichtet, hatte die Crew eines Tankers Feuer an Bord gemeldet. Das Schiff sei rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Lima von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt mit.
Das Portal „Axios“ berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Zwei Schiffe seien stark beschädigt worden. Ein US-Regierungsvertreter bezeichnete das Vorgehen des Iran als „völlig inakzeptabel“ und warnte vor Konsequenzen. Eine Stellungnahme aus Teheran lag zunächst nicht vor. Zu den jüngsten Angriffen bekannte sich auch niemand.
Diplomatische Bemühungen gefährdet
Durch die Straße von Hormuz zwischen dem Iran und dem Oman wird etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls verschifft. Für den Iran sind die Ölexporte, die in den vergangenen Jahren trotz bestehender Beschränkungen vor allem nach China ausgeweitet wurden, eine der wichtigsten Einnahmequellen. Die jüngste Eskalation gefährdet die diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran. Beide Seiten arbeiten an einem Abkommen, das eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms im Gegenzug für eine Lockerung von Sanktionen vorsieht. Die Unterhändler würden die Arbeit trotz der Spannungen aber fortsetzen, versicherte ein US-Regierungsvertreter.
„Die jüngsten Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf zeigen, dass wir von einer Normalisierung noch weit entfernt sind“, sagte Warren Patterson, Rohstoffstratege bei ING in Singapur in Bezug auf den Ölpreis. Angesichts der negativen Stimmung und der Nachfrageschwäche dürfte jede Erholung nur von kurzer Dauer sein. Am Montag hatte Saudi-Arabien die größten Preissenkungen seit Jahren vorgenommen. Händlerinnen und Händler werten das als Zeichen für den wachsenden Wettbewerb, da die Lieferungen aus dem Persischen Golf wieder anlaufen.
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