03.10.2021 12:18 |

Kunden enttäuscht

Deutsche Hersteller liefern unfertige Autos aus

Der akute Mangel an Computerchips im Fahrzeugbau führt nur zu Produktions- und Lieferverzögerungen, sondern beeinträchtigt auch tatsächlich gebaute Fahrzeuge: Deutsche Autohersteller liefern derzeit oft nur unfertige Fahrzeuge aus und sorgen damit für Unmut bei Kunden und Händlern.

„Wir haben mittlerweile fast überall Einschränkungen“, sagte Andreas Henkel, Verkaufsleiter beim Mercedes-Autohaus Felix Kloz in Stuttgart, der Automobilwoche. Mal fehle die elektrische Heckklappe, mal sei die Lichtfunktion eingeschränkt. Die Fahrzeuge würden dann auf Kosten des Herstellers nachgebessert. Dennoch seien die Verkaufszahlen massiv zurückgegangen.

Wie Mercedes hat auch BMW Lieferschwierigkeiten. Christian Rönsch, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteiner BMW-Händlers May & Olde, berichtete der Branchen- und Wirtschaftszeitung, dass Fahrzeuge ohne entsprechende Extras angeliefert werden. Diese müssten dann vor Ort nachgerüstet werden. Rönsch sagt über die angespannte Marktsituation: „Das ist für uns nicht planbar, entsprechend schwierig ist es in der Kommunikation. Wir müssen den Kunden häufig vertrösten und die Bestellung neu aufsetzen.“

BMW bestätigte der Automobilwoche, dass Autos in der Produktion teilweise nicht fertiggestellt werden. Zugleich betonte das Unternehmen seine Flexibilität für schnelle Nachrüstungen.

Audi übergab zeitweise Neufahrzeuge mit nur einem statt zwei Schlüsseln an den Kunden. Der Engpass sei nun aber behoben, sagte eine Sprecherin.

Lieferzeiten von über einem Jahr für Endkunden seien für fast alle Modelle an der Tagesordnung. Viele Händler bekämen gar keine Fahrzeuge mehr. Der Branchenverband VDA rechnet mit einer Entspannung der Produktionslage erst im zweiten Halbjahr 2022.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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