„Krone“-Vereinsserie

„Da wird das Radfahren auch wirklich gefördert“

Die „Krone“-Vereinsserie hörte sich vor dem anstehenden Mountainbike-Weltcup in Leogang beim dortigen Bikeclub um. Der Verein ist spezialisiert aufs Downhill-Fahren. Die Talente reisen für die Trainings aus ganz Österreich an. Ein Hobby, für das Begeisterte ordentlich Geld investieren müssen.

Von Donnerstag bis Sonntag dreht sich in Leogang wieder alles ums Mountainbiken. Der Weltcup mit den Stars des Sports ist wieder im Pinzgau zu Gast. Da freut sich auch der örtliche Bikeclub LeoGang besonders, wenn die Nachwuchsfahrer ihren Idolen zujubeln können. „Wir haben schon Banner und Kartons gebastelt. Das ist wirklich süß, wenn die Kinderaugen leuchten“, erzählt Obfrau Denise Hartwig.

Sie selbst lebt für den 2019 gegründeten Verein, kümmert sich daneben auch noch um ihre eigene Bikeschule. Was sie am Downhill-Fahren so gern mag? „Alles. Die Abwechslung. Die Leute sind immer cool. Du machst etwas mit deinem Hirn und deinem Körper.“ Auch deshalb ist sie von Düsseldorf über Kanada, die USA und Südafrika 2018 in den Pinzgau gekommen. „Da war Leogang ganz oben auf der Liste, da wird das Radfahren auch wirklich gefördert.“

Bikeclub Obfrau Denise Hartwig in ihrem Wohnzimmer, auf der Strecke in Leogang.
Bikeclub Obfrau Denise Hartwig in ihrem Wohnzimmer, auf der Strecke in Leogang.(Bild: Andreas Tröster)

Das ist auch ihr Ziel im Bikeclub, der ein reiner Downhill-Verein ist. Kinder ab fünf Jahren können für 150 Euro pro Saison plus 20 Euro Mitgliedsbeitrag unter professionellen Strukturen mittrainieren. Wer den Sport ernst nimmt, muss dafür ordentlich hinblättern. Ein Rad kostet 2000 Euro aufwärts, dazu kommen Protektoren (200 Euro) sowie ein Helm (80 Euro). „Es ist schon eher ein Sport, der kostenintensiv ist“, weiß auch Hartwig.

Höll nur aus einem Grund Mitglied
Dennoch ist die Nachfrage groß. „Wir haben für dieses Jahr zehn unterschiedliche Leistungsgruppen“, sagt die Deutsche. Die Kinder und Jugendliche reisen für das Training am Wochenende aus ganz Österreich an. „Wir haben mit Sarah Scholz ein Nachwuchstalent, das jede Woche aus Kärnten zum Training kommt. Wir haben auch jemanden aus dem Burgenland oder aus der Münchner Region.“ Leoganger seien zwar auch dabei, aber verhältnismäßig wenige. Auch Weltcup-Dominatorin Valentina Höll ist Vereinsmitglied – allerdings nur, weil sie die Lizenz irgendwo beziehen muss.

Und obwohl sie die größte Fahrerin Österreichs ist, werden wenige Mädchen für den Sport begeistert. Das Verhältnis im Bikeclub LeoGang sei laut der Obfrau 90 zu 10 für Jungs. Zwei davon, Paul Schmidinger und Oliver Vogl, dürfen am Wochenende auch beim Heimweltcup starten.

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