Umfrage enthüllt:

Österreicher geben USA Schuld an hohem Spritpreis

Österreich
10.06.2026 10:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Österreicher sehen einen klaren Schuldigen für die hohen Treibstoffpreise: Die USA. 59 Prozent der Befragten einer Umfrage sehen die Schuld bei den Staaten. 42 Prozent machen den Iran verantwortlich, 22 Prozent die EU und 21 Prozent die Bundesregierung. Letztere wird in der 15-Länder-Umfrage milder beurteilt als andere europäische Regierungen.

Im Durchschnitt sehen laut der Umfrage des European Council on Foreign Relations (ECFR) nämlich 24 Prozent der Befragten in 15 europäischen Ländern die Schuld für die hohen Treibstoffpreise bei den jeweiligen Regierungen und zu 18 Prozent bei der EU. 59 Prozent nennen die USA, 41 Prozent den Iran. Nur in Deutschland werden die beiden Hauptprotagonisten des Krieges mit 54 zu 51 Prozent annähernd gleich gesehen. Die EU kommt in Estland (30 Prozent), Bulgarien und Polen (jeweils 29 Prozent) und Ungarn (27 Prozent) am schlechtesten weg, die jeweiligen nationalen Regierungen in Estland (46 Prozent), Bulgarien (34 Prozent) und Deutschland (29 Prozent).

Krise wirkt sich auf Alltagsleben aus
Die von „patriotischen“ Parteien wie der FPÖ propagierte Wiederaufnahme der russischen Öl- und Gaslieferungen nach Europa hat in der Öffentlichkeit wenig Rückhalt. Nur 35 Prozent halten das für eine gute Idee, 40 Prozent für eine schlechte. Dies wird auch in den anderen europäischen Staaten – mit Ausnahme Bulgariens, Italiens und Ungarns – so gesehen. Die Umfrage zeigt auch, dass die Befragten derzeit vor allem wirtschaftliche Sorgen umtreiben. 61 Prozent fürchten die Auswirkungen einer größten wirtschaftlichen Krise auf ihr Alltagsleben, gefolgt von einer neuen Migrationskrise (55 Prozent), was ziemlich genau im europäischen Durchschnitt liegt.

Öl- und Gaslieferungen aus Russland finden laut der Umfrage keine große Zustimmung.
Öl- und Gaslieferungen aus Russland finden laut der Umfrage keine große Zustimmung.(Bild: AFP/JOE KLAMAR)

Klares Nein zu EU-Atomwaffe
Ansonsten bestätigt die Umfrage der europäischen Denkfabrik die sicherheitspolitische Zurückhaltung der österreichischen Bevölkerung. So lehnen 50 Prozent der Befragten es ab, dass die europäische Staaten eine nicht von den USA abhängige atomare Abschreckung entwickeln. Nur in Ungarn (52 Prozent) ist die Ablehnung noch stärker, während es in den 13 anderen europäischen Staaten Mehrheiten dafür gibt – am stärksten mit 65 Prozent in Polen. Ebenso gegen den europäischen Trend stellen sich die österreichischen Bürgerinnen und Bürger bei der Frage, ob gemeinsame europäische Schulden für Verteidigungsfragen aufgenommen werden sollen. Nur 36 Prozent sind dafür, und 50 Prozent dagegen. Lediglich im Nicht-EU-Mitglied Schweiz ist das Meinungsbild genauso.

Mit 45 zu 45 Prozent gespalten sind die Österreicher bei der Frage, ob die Verteidigungsausgaben erhöht werden sollen. Dafür gibt es mit 74 Prozent das deutlichste Nein aller 15 Staaten auf die Frage, ob mehr US-Waffen gekauft werden sollen. In diesem Punkt überwiegen nur in Polen die Befürworter. Umgekehrt sieht es bei der Frage aus, ob mehr europäische Waffen anstelle von Waffen aus anderen Teilen der Welt gekauft werden sollen. Mit 52 Prozent gehört Österreich zur Gruppe der befürwortenden Staaten, eine Mehrheit dagegen gibt es nur in Italien.

Dass in Österreich Staatsausgaben gekürzt werden, damit mehr für Verteidigung ausgegeben werden kann, lehnen 59 Prozent der Befragten ab. Lediglich 28 Prozent der Befragten sind dafür. Nur in Italien ist die diesbezügliche Ablehnung noch stärker, im europäischen Durchschnitt überwiegt die Ablehnung mit 45 zu 39 Prozent.

Gegen Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine
Eher distanziert, aber nicht ablehnend, ist das Verhältnis der Österreicher zur Ukraine. 31 Prozent sehen das Land als notwendigen Partner, 20 Prozent als Verbündeten. Nur sechs Prozent bezeichnen die Ukraine als Rivalen, sieben Prozent als Gegner. Im europäischen Durchschnitt wird die Ukraine überwiegend als Partner (32 Prozent) oder Verbündeter (29 Prozent) gesehen. Die Schweden sehen die Ukraine zu 52 Prozent als Verbündete, die Ungarn zu 25 Prozent als Gegner. Wenig Rückhalt hat in Österreich eine mögliche Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine. 59 Prozent sind dagegen, nur 31 Prozent dafür. Nur in Bulgarien ist die Ablehnung noch größer. Mehrheiten dafür gibt es in Schweden, Spanien, Dänemark, Portugal, Großbritannien und den Niederlanden.

Österreich zählt auch zur Gruppe jener europäischen Staaten, deren Bürger eine EU-Osterweiterung einschließlich der Ukraine ablehnen. 41 Prozent sind dagegen, nur 24 Prozent dafür. Lediglich in Spanien, Portugal und Schweden überwiegen die Befürworter, die Gegner sind in Polen, Estland, Deutschland, Bulgarien und Ungarn in der Mehrheit.

Die Umfrage wurde im Mai von den Instituten Mandate Research, YouGov und Turu-uuringute online und telefonisch durchgeführt. In Österreich wurden 1012 Menschen befragt, die statistische Schwankungsbreite wurde mit 3,4 Prozent angegeben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung