Apple hatte seinen App Store mit Anwendungen für Geräte mit dem iOS-Betriebssystem 2008 gestartet und dabei zugleich die Markenrechte an dem Namen beantragt. Die US-Patentbehörde gewährte sie bereits, allerdings legte Konkurrent Microsoft Widerspruch gegen die Entscheidung ein. "App Store", so der Vorwurf des Softwarekonzerns, könne als generische Beschreibung gar nicht markenrechtlich schützbar sein.
Apple fordert Schadenersatz von Amazon
Amazon nennt seine am Dienstag zunächst nur in den USA gestartete Plattform nun "Appstore", als ein Wort geschrieben. Für Apple ist dieses Unterscheidungsmerkmal jedoch zu gering. Der kalifornische Konzern wirft dem Online-Händler vor, die Markenrechte zu verletzen und fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe. "Wir haben Amazon aufgerufen, den Namen 'App Store' nicht zu kopieren, weil dies Kunden verwirren und irreführen wird", sagte eine Apple-Sprecherin der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.
Amazon hatte den Start seiner Download-Plattform seit Monaten vorbereitet. Google hat zwar einen eigenen "Android Market", über den es Apps für seine Plattform feilbietet, da diese aber offen ist, können auch andere Apps zum Download anbieten. Amazon dürfte auf Anhieb ein starker Spieler in dem Markt werden: Der Konzern hat Millionen Kunden und will auch seinen ausgereiften Empfehlungs-Algorithmus im Android-Appstore einsetzen.
3.800 Apps zum Start
Dem US-Blog "Engadget" zufolge umfasst Amazons Angebot derzeit rund 3.800 Apps. Zum Start gebe es kostenlos eine neue Version des populären Spiels "Angry Birds" mit Figuren aus dem kommenden Animationsfilm "Rio". Apples App Store hat 350.000 Programme im Angebot, die mehr als zehn Milliarden Mal heruntergeladen wurden.
"Engadget" zufolge will Amazon auch eine Funktion anbieten, die andere Download-Plattformen bisher nicht haben: Im Web-Zugang werde man die Apps 30 Minuten lang kostenlos testen können. Die Konditionen für Entwickler sind ähnlich wie in Apples App Store: Die Anbieter der Software bekommen 70 Prozent vom Kaufpreis.
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