Mundgesundheit

Mehr als nur „Kauwerkzeuge“

Zähne sind wichtig zum Essen und für die Verdauung. Machen die „Beißer“ Probleme, wirkt sich dies auf den ganzen Körper aus. So stellt etwa ein kranker Schneidezahn unter anderem den Hinweis auf Blasen-, Nieren- oder Schilddrüsenprobleme dar. Mehr dazu im Folgenden.

Mundgesundheit ist nicht nur von großer Bedeutung für ein schönes, gesundes Gebiss. Schäden an den Zähnen stehen auch in Zusammenhang mit dem Auftreten von Krankheiten. Nicht nur die chinesische, sondern zunehmend auch die westliche Medizin beschäftigt sich mit der Zahn-Organ-Beziehung. Meridiane (Energieleitbahnen) verbinden die verschiedenen Bereiche des Körpers zu einem komplexen System. Auch über Blut- und Lymphbahnen gelangen zum Beispiel Entzündungsstoffe von Zähnen, Kiefer sowie Zahnfleisch in den Organismus. Die Nerven leiten sämtliche Informationen vom Gebiss zum Gehirn und von dort in alle Areale des Körpers. Es können daher Beschwerden ihren Ursprung an einer ganz anderen Stelle - wie etwa den Zähnen - haben, die mitunter keine Symptome erkennen lässt.

Ursache verschiedener Beschwerden
So stellt etwa ein kranker Schneidezahn u. a. den Hinweis auf Blasen-, Nieren- oder Schilddrüsenprobleme dar. Auch andersherum können Nierenleiden die Schneidezähne und das umliegende Zahnfleisch beeinträchtigen. Magen-Darmbeschwerden wie Verstopfung oder Blähungen sind meistens einer Erkrankung des Verdauungstraktes geschuldet, doch auch Entzündungen der kleinen und großen Backenzähne können derartige Symptome bewirken. Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen stehen mitunter im Zusammenhang mit Problemen an den Weisheitszähnen. Machen die Eckzähne Schwierigkeiten, sollte man Leber und Galle überprüfen lassen. Auch Gelenke, Muskeln, Sehnen, Sinnesorgane, Drüsen, Haut und sogar unsere Emotionen stehen mit dem Gebiss in Verbindung.

Mundhygiene schützt den ganzen Körper
Häufigste und ursächliche Krankheitsherde aus dem Zahn- und Kieferbereich sind Entzündungen, tote und wurzelgefüllte oder schiefliegende Zähne. Leicht blutendes, entzündetes Zahnfleisch stellt in der Regel keinen Grund zur Besorgnis dar, jedoch verbergen sich dahinter oft erst Anzeichen einer Zahnfleischerkrankung. Wird dies ignoriert und dringt die Infektion in die tieferen Regionen des Zahnhalteapparates vor, drohen Schäden am umliegenden Gewebe, Knochenabbau und Zahnverlust. Doch nicht nur das Gebiss, sondern der ganze Körper ist in Gefahr. Über den Blutkreislauf können die aggressiven Bakterien beispielsweise Herzklappen und Gefäße beeinträchtigen.

Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen auch Wechselbeziehungen mit Diabetes in Zusammenhang mit Zahnfleischentzündungen (Parodontitis). Bei Schwangeren besteht dadurch sogar ein höheres Risiko einer Frühgeburt oder eines zu geringen Geburtsgewichts des Babys. Daher ist es von großer Bedeutung, durch gründliche Mundhygiene nicht nur unser Gebiss, sondern unseren gesamten Organismus zu schützen. Neben täglichem Putzen ist die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt wichtig. So lassen sich Auffälligkeiten und mögliche Störfelder rasch erkennen und entsprechend behandeln.

Auswirkungen von Parodontitis

  • Mund: Entzündungen des Zahnhalteapparates führen mitunter zum Knochenschwund im Kiefer, damit zur Lockerung der „Beißerchen“ bis hin zu Zahnverlust.
  • Lunge: Erreger aus der Mundhöhle können sogar Lungenentzündungen auslösen.
  • Herz: Aktivierte Botenstoffe fördern die Entwicklung von Bluthochdruck und Gefäßverkalkung. Wandern Bakterien ins Herz, können sie dort Entzündungen auslösen.
  • Gehirn: Schwere Parodontitis erhöht das Schlaganfallrisiko und steht im Zusammenhang mit Alzheimer.
  • Gelenke: Auch hierhin gelangen Bakterien über den Blutkreislauf (Risiko bei künstlichen Gelenken) und begünstigen Rheuma.
  • Diabetes: Hier besteht ebenfalls ein Zusammenhang.
Regina Modl
Regina Modl
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Sonntag, 17. Oktober 2021
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