Roller war „verwanzt“

IT-Sicherheitsforscher übertölpelt E-Scooter-Dieb

Digital
12.08.2021 10:35

In der US-Metropole New York hat ein E-Scooter-Dieb die technischen Fähigkeiten seines Opfers unterschätzt und einen mit Apples Ortungs-Anhängern AirTags „verwanzten“ Elektroroller gestohlen. Dem Besitzer gelang es nach einigen Tagen, den Scooter aufzuspüren. Mit Hilfe der Polizei wurde er seines fahrbaren Untersatzes wieder habhaft.

Dan Guido ist Chef des IT-Security-Unternehmens Trail of Bits und kennt sich entsprechend gut mit Technologie aus. Als Diebstahlschutz für seinen E-Scooter hatte der IT-Experte - siehe Video - zwei Apple Airtags mit Klebeband an der Unterseite seines Rollers angebracht. Am 2. August wurde das Elektrofahrzeug tatsächlich gestohlen. Doch er gab sich nicht geschlagen.

Polizei war zunächst keine Hilfe
Auf Twitter berichtet er von seiner abenteuerlichen Suche nach dem entwendeten Roller: Mithilfe der „Find my“-Funktion seines iPhones machte er Jagd auf den gestohlenen E-Scooter - und wurde schon kurz nach dem Diebstahl fündig. Das Problem: Als er die Polizei anrief und um Hilfe bat, wurde ihm diese verwehrt. Die Polizisten hätten befürchtet, er hätte sie dazu bringen wollen, den Roller eines Dritten zu stehlen, berichtet Guido.

Anti-Stalking-Funktion sorgt für Geräusche
Weil er zu einer IT-Sicherheitskonferenz in Las Vegas musste, brach der IT-Fachmann die Suche zunächst ab. Er befürchtete, das Gefährt nie wieder zu sehen: Apples Airtags sind mit einer Anti-Stalking-Funktion versehen, durch die sie nach einigen Stunden Abwesenheit des Besitzers Töne von sich geben. Das müsste der Dieb bemerken, war Guido überzeugt.

Doch das Versteck an der Unterseite des Rollers wurde nicht entdeckt: Als Guido Anfang der Woche aus Las Vegas zurückkam, setzte er seine Suche fort - und stellte erfreut fest, dass die Airtags immer noch ein Signal sendeten. Wieder fuhr er an den Ort, an den ihn sein iPhone lotste. Und wieder versuchte er, Hilfe von der Polizei zu bekommen.

Zitat Icon

Ich habe gescherzt, dass bei einem 800 Dollar teuren Scooter kein Kapitalverbrechen vorliegt und versprochen, dass die Sache in einer Stunde erledigt ist. Es hat funktioniert.

Dan Guido, IT-Experte

Diesmal funktionierte es: „Ich habe ihnen versichert, dass ich sie zu nichts Illegalem verleiten will, habe gescherzt, dass bei einem 800 Dollar teuren Scooter kein Kapitalverbrechen vorliegt und versprochen, dass die Sache in einer Stunde erledigt ist. Es hat funktioniert.“

Gestohlener Scooter stand in E-Bike-Shop
Gemeinsam mit den Polizisten folgte Guido dem Signal, das schließlich in einen E-Bike-Shop führte. Prompt gab sein iPhone einen Signalton von sich: Der gestohlene Scooter musste ganz in der Nähe sein. Dann wurden Guido und sein fahrbarer Untersatz wieder vereint: Der Bestohlene ließ die am Fahrzeug versteckten Airtags Geräusche von sich geben und präsentierte seine E-Scooter-App, die sich sofort mit dem gestohlenen Fahrzeug verband.

Dem nicht besonders kooperativen Personal des Geschäfts und den Polizisten genügte das als Beweis, dass Guido der Besitzer des Fahrzeugs war. Die Identität der Person, die den gestohlenen Scooter in das Geschäft brachte, konnte allerdings nicht geklärt werden.

Als er seinen Scooter wiederhatte, stellte der IT-Experte fest: Der Dieb hatte offensichtlich die Geräusche aus den Airtags gehört und nach der „Wanze“ gesucht, sie aber nicht gefunden. Personen, die es ihm gleichtun wollen, rät er daher: „Verwenden Sie Klebeband, das sich nicht vom Roller abhebt und Geräusche dämpft. Und schalten Sie nicht den Lost-Mode ein. Das würde den Dieb sofort darauf hinweisen, dass er verfolgt wird.“ Außerdem rät er trotz seiner anfänglichen Schwierigkeiten: „Ziehen Sie immer die Polizei hinzu. Versuchen Sie nicht, Diebesgut ohne Hilfe zurückzuholen!“

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