Mit Hilfe von Google

Gedenkstätte Yad Vashem öffnet Holocaust-Archiv

Web
27.01.2011 10:15
Mit Hilfe von Google hat die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem Fotografien und Dokumente aus dem Archiv der Gedenkstätte digitalisiert. Dank der Nutzung experimenteller Schrifterkennungssoftware sei die schriftliche Information auf den Dokumenten nun per Volltextsuche durchsuchbar, teilte Google mit. Am Mittwoch gingen die ersten 130.000 Bilder online.

Durch das neue Projekt können Nutzer die Inhalte der Dokumente gezielt durchsuchen - beispielsweise Notizen auf Fotos. Außerdem können Nutzer durch interaktive Elemente nun selbst zu dem Archiv beitragen, indem sie ihre eigenen Geschichten, Kommentare und Dokumente zu Familienangehörigen, die im Archiv auftauchen, veröffentlichen.

"Wir konzentrieren uns darauf, neue innovative Wege zu finden, um die enorme Datenmenge in unseren Archiven für eine globale Zielgruppe zugänglich und durchsuchbar zu machen", sagt Avner Shalev, Vorsitzender von Yad Vashem. Auch schwer auffindbare Dokumente sollen über die neue Internet-Präsenz nun durchsuchbar sein. 

Zeichenerkennungstechnologie von Google
Für die Digitalisierung hat Google eine optische Zeichenerkennungstechnologie eingesetzt. "Wir sehen die Digitalisierung als eine große Chance, wichtige Materialien auszutauschen und zu verbreiten, die in Archiven aufbewahrt werden", sagte Yossi Matias, Direktor von Googles Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel.

Zwar könnten diese Funktionen auch für antisemitische Kommentare missbraucht werden, räumte Shalev ein. Doch der Nutzen für die Vermittlung von Informationen über ihre Vorfahren an die folgenden Generationen überwiege das Risiko, meinte er. "Das ist unser Teil der Vision; das Wissen und die Informationen von Yad Vashem mit neuer Technologie zu verknüpfen und sie der Jugend zugänglich zu machen", sagte er.

Berichte Überlebender sollen digitalisiert werden
Mit dem Projekt erweitert Yad Vashem seinen ohnehin umfangreichen Internetauftritt anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags am Donnerstag um einen weiteren Baustein. Erst kürzlich startete die Gedenkstätte eine Art YouTube-Kanal auf Farsi, um Iraner über den Massenmord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs aufzuklären. Das nächste große Projekt der Gedenkstätte soll die Digitalisierung von Berichten von Holocaust-Überlebenden sein.

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