20.05.2021 13:52 |

AK-Test zeigt

Fixer Akku: Geräte sterben frühzeitigen „Mülltod“

Kabelsalat und Steckdose waren gestern: Immer mehr Alltagsgeräte werden mit Akkus betrieben. Doch oft laden und nutzen macht diese altersschwach, und was dann? Die Arbeiterkammer (AK) hat Akkus von 119 gängigen Geräten getestet: Bei 79 Prozent von ihnen war der Akku fest verbaut. Lange vor dem Ende ihrer eigentlichen Nutzbarkeit würden sie daher den „Mülltod“ sterben - „eine unerfreuliche Bilanz in Sachen Nachhaltigkeit“, kritisiert die AK.

Die AK wollte wissen, wie es bei Bestseller-Geräten (Händlerangaben) in elf ausgewählten Kategorien in Sachen fest verbauter oder selbst austauschbarer Akkus steht: Tablets, Akkustaubsauger, Saugroboter, Laptops/Notebooks, Smartwatches, elektrische Zahnbürsten, Smartphones, tragbare Bluetooth-Lautsprecher, Spielzeugdrohnen, elektrische Rasierer, E-Scooter.

Denn für die Lebensdauer des akkubetriebenen Gerätes sei es enorm wichtig, dass Konsumenten selbst die Akkus leicht tauschen könnten und es nicht nur Fachbetriebe gegen Extraentgelt schafften, den Akku zu ersetzen. Doch einige der getesteten Geräte sind reine Wegwerfprodukte, an deren Akku auch Fachbetriebe nicht herankommen. „Ein No-Go aus Sicht des Umweltschutzes“, so die Arbeiterkammer am Donnerstag in einer Aussendung.

Frühzeitiges Ende im Müll
Ersatzakkus sind je nach Leistungsfähigkeit und Produktkategorie eine ziemliche kostspielige Angelegenheit, egal, ob selbst oder im Fachbetrieb getauscht wird - da kommen aber auch noch Arbeitszeit und eventuell Versandspesen dazu“, erläutert AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Bei günstigeren Geräten tauschten viele Nutzer den Akku nicht, wenn die Kosten in keiner Relation zum Produktwert stünden. Die Geräte landeten dadurch lange vor dem Ende ihrer Nutzbarkeit im Müll.

Akku nur bei 21 Prozent der getesteten Geräte selbst austauschbar
Der AK-Test zeigt: Bei 79 Prozent der gecheckten Geräte waren die Akkus fest verbaut, nur in 21 Prozent der Fälle nicht und somit selbst austauschbar. Konsumenten können laut Zimmer allerdings kaum wählen zwischen Geräten mit fest verbautem und selbst austauschbarem Akku, „da diese bei vielen oft nachgefragten Geräten von den Herstellern einfach nicht mehr angeboten werden, etwa Smartphones.“

Bei drei von 18 Geräten mit fest verbautem Akku war zum Beispiel nach Ablauf der Garantie kein Austausch mehr möglich. Bei fünf Geräten konnte für den Akkutausch vorab kein Preis gesagt werden - Kostenvoranschläge können bis zu 45 Euro ausmachen. Lediglich bei sechs Geräten mit fixem Akku konnten die Kosten für einen Akkutausch dagegen eruiert werden. Bei den selbst austauschbaren Akkus konnten in zwei von fünf Fällten die Ersatzakkus direkt über die Webseite des Herstellers bestellt werden, alle anderen konnten im Fach- und Online-Handel erworben werden.

Teurer Tausch
Zimmer rät daher, sich schon beim Kauf über die Kosten eines Akkuaustausches zu erkundigen. Denn diese könnten bei fest verbauten Akkus wie im Falle eines getesteten Bluetooth-Lautsprechers bis zu 60 Prozent des Neupreises betragen. Bei günstigeren Rasierern/Haarschneidegeräten um 50 Euro seien Akkutauschkosten von 15 Euro zwar auch keine Kleinigkeit, aber noch immer besser als etwa ein Gerät um 100 Euro ohne jede Tauschmöglichkeit, so die Arbeiterkammer

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