True-Wireless-Stöpsel

LG Tone Free: Tötet Keime mit UV-Licht, klingt gut

Elektronik
24.05.2021 06:00

Der südkoreanische LG-Konzern will seinen Teil vom True-Wireless-Kuchen. Mit den neuen Tone Free FN7 hat er ein neues Paar gänzlich drahtloser In-Ear-Ohrhörer auf den Markt gebracht, die beim Aufladen Bakterien abtötendem UV-Licht ausgesetzt werden. Aber klingen die gut?

Nach Innovationen wie der Scanner-Maus, dem gebogenen Smartphone, dem Sängerknaben-Klingelton oder der Doppelwaschmaschine ist es nur konsequent von LG, auch bei In-Ears unkonventionelle Features anzubieten. Und mit UV-Licht Bakterien zu töten leuchtet ein.

Heute desinfizieren Roboter mit UV-Strahlern Spitäler und Shopping Center. Außerdem gibt es beim Öffnen der Stöpsel eine nette Lightshow - die aber eigentlich nichts mit dem nur bei geschlossener Ladeschale aktiven UV-Licht zu tun hat, sondern einfach nur blau leuchtet. So oder so: Schutz vor E.Coli- und S.aureus-Bakterien auf den Lautsprechermembranen klingt verlockend. Aber gefällt der Klang?

Sehr wohl - aber abhängig von den getroffenen Einstellungen. Die trifft man in einer Begleit-App, ohne die das gepairte Smartphone die Stöpsel in unserem Fall zunächst gar nicht erkannte. Die App ist sauber gemacht, übersichtlich und erfüllt ihren Zweck - unter anderem den Wechsel zwischen sechs Klangprofilen und die Regelung der aktiven Geräuschunterdrückung (ANC). Auch eine Stöpsel-Suchfunktion und Infos zur Steuerung durch Antippen - Prädikat: fummelig - findet man hier.

Wohlklingend, wenn richtig eingestellt
Am besten klangen die Stöpsel im Test mit aktiver Geräuschunterdrückung, mit der sie rund sieben Stunden durchhalten, bevor sie nachgeladen werden müssen. Standardmäßig dargeboten wird die Musik ausgewogen, man möchte fast sagen: langweilig. Mit den Equalizer-Einstellungen „Immersive“ oder „Bass Boost“ wird es fetziger und man erhält je nach Präferenz eine angenehm räumliche oder druckvoll-basslastige Soundausgabe. Erstere macht sich gut bei Rock, zweitere bei elektronischer Musik.

Höhen und Bässe werden von den 6-Millimeter-Treibern insgesamt gefällig und differenziert dargestellt, die Mitten (Stimmen) könnten aber prominenter sein. Insgesamt aber ein wohlklingender In-Ear, was bei einem Preis im Bereich der 140 bis 150 Euro auch erwartbar ist.

Die Geräuschunterdrückung arbeitet gut, soweit bei einem In-Ear ohne nennenswerte Abschirmung möglich. Niederfrequente, monotone Geräusche werden zuverlässig herausgefiltert, Babygeschrei oder Hundebellen bringt man nicht zum Verstummen. Muss man doch einmal aus der Klangblase, gibt es eine praktische Funktion, die kurz Umgebungsgeräusche durchlässt.

Pairing klappte nur mit App
Die Smartphone-Verbindung stellen LGs Tone Free via Bluetooth 5.0 her, Musik wird im detailreichen AAC übertragen. Im Test war die Verbindung zwischen Smartphone und beiden Stöpseln stabil, es waren keinerlei Aussetzer zu verzeichnen. Das Pairing könnte zuverlässiger funktionieren. Den gut verarbeiteten, spritzwasserfesten In-Ears samt Lade-Etui (USB-C) mit Saft für zwei Ladevorgänge liegen verschieden große Silikonaufsätze bei.

Mit ihren aus den Ohren ragenden Stängeln und den gut abdichtenden Silikonstöpseln sitzen die Tone Free sicher und bequem im Ohr. Die Verarbeitung stimmt auch, als Extra für Besitzer entsprechender Ladepads gibt es drahtloses Aufladen via Qi.

Fazit: Guter Klang, solide Geräuschunterdrückung, bequemer Sitz und als besonderes Gimmick die UV-Lightshow sprechen für den LG Tone Free FN7. Auch der Akku ist hinreichend ausdauernd, die Ausstattung üppig. Die fummelige Steuerung per Touch-Gesten teilen sie mit vielen Artgenossen, das Pairing gestaltet sich durch den App-Zwang etwas mühsam.

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