12.05.2021 16:58 |

30 Millionen ergaunert

Schwerer Anlagebetrug: Cybercrime-Ring gesprengt

Im Kampf gegen Cyberkriminalität haben Ermittler eine internationale Bande von Anlagebetrügern auffliegen lassen. Bisher zehn Personen stehen im Verdacht, Anleger um insgesamt rund 30 Millionen Euro gebracht zu haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. Die Bande soll Anlageportale im Internet betrieben haben, auf denen hohe Gewinne mit der Investition in Finanzwetten, Kryptowährungen und ähnliches versprochen wurden.

Bei einer internationalen Polizeiaktion seien am Dienstag fünf Tatverdächtige in Bulgarien und ein weiterer in Israel aufgrund von europäischen Haftbefehlen festgenommen worden, sagte der Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, Jürgen Brauer. Ein Verdächtiger sei noch flüchtig. Die Bandenmitglieder seien 32 bis 65 Jahre alt und hätten deutsche, bulgarische, israelisch-rumänische, polnische, dänische und belgische Staatsangehörigkeiten.

Es habe zeitgleich Durchsuchungen gegeben in Bulgarien, Israel, Lettland, Schweden, Nordmazedonien, Spanien und Polen, hieß es. Neben 50.000 Euro Bargeld wurden Goldschmuck, Fahrzeuge, IT-Infrastruktur sowie Immobilien im Wert von vier Millionen Euro und Vermögensarreste auf Konten von bis jetzt zwei Millionen Euro sichergestellt.

Tausende Geschädigte
Die mutmaßliche Betrüger-Bande habe „Tausende“ geschädigt. Die Opfer hätten regelmäßig Totalverluste erlitten - in einem Fall über 1,6 Million Euro. Versprochen worden seien „geringes Risiko und eine gute Rendite“. „In Wahrheit wurde das Geld nach den vorliegenden Erkenntnissen aber nicht angelegt, sondern ausschließlich für eigene Zwecke verbraucht.“ Selten sei es zur Auszahlung vermeintlicher Gewinne gekommen, um die Opfer zu weiteren Investition zu animieren.

Laut Brauer seien die Kunden von Callcentern insbesondere in Bulgarien betreut und zu Zahlungen veranlasst worden. Der Umsatz der betrügerischen Anlageportale belaufe sich nach dem aktuellen Stand der Ermittler auf bis zu 150 Millionen Euro weltweit. Seit Mai 2019 habe die Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und die Kriminalinspektion Mayen des Polizeipräsidiums Koblenz gegen die Bande ermittelt.

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