03.05.2021 12:17 |

Wallet leergeräumt

Ermittler verloren Drogen-Bitcoins um 33 Mio. Euro

Kriminelle haben ein bei der Zerschlagung des Darknet-Drogenmarktes Chemical Love beschlagnahmtes Bitcoin-Wallet, in dem umgerechnet mehr als 33 Millionen Euro in der Digitalwährung gelagert waren, vor den Augen der Staatsanwaltschaft leer geräumt. Die Ermittler hatten die Zugangsdaten zu dem Wallet nicht erhalten, wohl aber ein Komplize der Verdächtigen.

Deutsche Ermittler hatten Anfang des Jahres einen der größten Drogenmärkte im nur über Anonymisierungsdienste zugänglichen Darknet zerschlagen: Chemical Love. Der mutmaßliche Betreiber wurde verhaftet, kooperierte aber nicht mit den Behörden. Die Zugangsdaten zu einem beschlagnahmten Bitcoin-Wallet gab er nicht heraus, berichtet „WinFuture“.

Nun wurde die beschlagnahmte Bitcoin-Geldbörse vor den Augen der Staatsanwaltschaft leer geräumt. Als das Wallet sichergestellt wurde, enthielt es 757 Bitcoins - umgerechnet mehr als 33 Millionen Euro. Mittlerweile enthält es nur noch vier Bitcoins. Wohin der Rest geflossen ist, lässt sich aufgrund der anonymen Transaktion kaum nachvollziehen.

Es wird vermutet, dass der mutmaßliche Betreiber des Darknet-Marktplatzes die Zugangsdaten zu dem Bitcoin-Wallet zwar nicht den Ermittlern, wohl aber einem Komplizen mitgeteilt hat. Dieser dürfte das Konto, das die Staatsanwaltschaft Koblenz sichergestellt hatte, nun leer geräumt haben.

Bei deutschen Staatsanwaltschaften - sie erlösten bisher rund 50 Millionen Euro aus dem Verkauf beschlagnahmter Kryptowährungen - liegen weitere Bitcoin-Vermögen, auf die mangels Zugangsdaten nicht zugegriffen werden kann. Zwar kooperieren immer wieder Cyberkriminelle, die sich davon eine Strafmilderung versprechen. Viele Verdächtige behalten ihre Zugangsdaten aber auch für sich - und bringen die Staatsgewalt so um Millionen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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