29.04.2021 08:38 |

Erstmals vor China

E-Autos: Neuzulassungen 2020 in Europa verdoppelt

Während der Absatz von Autos im Corona-Jahr 2020 weltweit zurückgegangen ist, hat es beim Verkauf von E-Autos Zuwächse gegeben. Drei Millionen E-Autos kamen 2020 neu dazu. Inzwischen fahren zehn Millionen strombetriebene Pkw weltweit, dazu kommen noch eine Million Kleintransporter und Schwerfahrzeuge sowie 25 Millionen Zweiräder, schreibt die Internationale Energieagentur IEA. Europa liegt nach einer Verdoppelung der Neuzulassungen mit 1,4 Millionen E-Autos erstmals vor China (1,2 Millionen).

Ein Grund für den starken Anstieg von E-Auto-Verkäufen war der Sprung bei den Förderungen in Europa. Dank Europa stiegen die weltweiten staatlichen Förderungen um ein Viertel auf 14 Milliarden Dollar (rund 11,6 Milliarden Euro). Die Ausgaben der Konsumenten für E-Autos legten zugleich von 85 auf 120 Milliarden Dollar zu. Der Anteil der Förderungen an den gesamten Ausgaben hat sich seit 2015 von rund 20 auf zehn Prozent halbiert. Das sei ein Zeichen, dass zunehmend die Konsumenten Elektroautos als erste Wahl sehen, meint die IEA.

IEA erwartet 145 Millionen Elektroautos bis 2030
Das laufende Jahrzehnt dürfte dann auch einen massiven Anstieg bei den Elektroautos auf 145 Millionen mit sich bringen, erwartet die IEA. Das wären dann aber trotzdem erst sieben Prozent aller Fahrzeuge. Die Energieagentur sieht das große Potenzial von E-Autos am Weg zur CO2-Reduktion, warnt aber vor übertriebenen Erwartungen. E-Fahrzeuge sparen derzeit über den gesamten Zyklus von der Produktion bis zur Verschrottung nur etwa 20 bis 30 Prozent CO2 im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen, in Ländern mit umweltfreundlicher Stromproduktion etwa 50 Prozent.

2020 haben E-Fahrzeuge im Vergleich zu einer Nutzung gleichwertiger Fahrzeuge mit Benzin oder Diesel 50 Millionen Tonnen CO2-Einsparung gebracht. Das war vor allem den Elektro-Zweirädern in China zu verdanken.

Hälfte der E-Autos SUVs
Weltweit standen 2020 370 verschiedene Elektroauto-Modelle zur Verfügung, wobei die Hälfte davon SUVs sind. Die IEA verweist darauf, dass SUVs das am stärksten wachsende Marktsegment darstellen und Autofirmen dafür belohnt werden, diese großen und schweren Fahrzeuge auf Strom umzustellen. Einerseits weil bei den hohen Preisen die Kosten besser untergebracht werden können, andererseits, weil ein umgestellter SUV mehr CO2 einspart als ein Kleinwagen.

E-Autos sind aber nicht der einzige Verkehrsbereich der elektrifiziert wird. 25 Millionen Elektrozweiräder wurden verkauft, großteils in Asien. Rund 435.000 Lieferwägen sind inzwischen mit Strom unterwegs, dazu kommen 600.000 Busse, meist in Städten und 31.000 schwere Lkw.

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