"Alarmstufe Rot"

Wenn harmloses Erröten zum echten Problem wird

Gesund
12.01.2011 11:51
Durch den ganzen Körper schießt die Hitze, die Hände zittern, der Kopf wird zur "roten Birne". Erröten ist eigentlich eine ganz normale körperliche Reaktion. In einer Stresssituation steigt der Blutdruck. Um den Körper vor einer Überhitzung zu schützen, weiten sich die Blutgefäße und das Gesicht läuft puterrot an. Den meisten Menschen ist es zwar peinlich, sie denken sich aber nichts weiter dabei.

Zum Problem wird das Rotwerden, wenn die Angst vorm Erröten dazu führt, dass bestimmte Situationen vermieden werden, das Leben des Betroffenen dadurch eingeschränkt wird oder er sich dafür verurteilt.

Bei manchen Menschen sitzt die Angst vor dem Erröten tief, sagt Hans Haltmeier, Chefredakteur der "Apotheken Umschau", die sich gerade mit dem Thema befasst hat. "Diese Angst fängt oft schon in der Kindheit an, wenn Schüler beispielsweise von ihren Kameraden ausgelacht werden. Oder wenn Kinder rot werden vor Angst, wenn sie vor anderen etwas sagen sollen. Diese Angst behalten viele auch als Erwachsene bei", erklärt Haltmeier.

Und dabei wäre diese Angst eigentlich gar nicht nötig. Denn dass man ab und zu einmal rot wird, ist nichts Ungewöhnliches: "Das ist ganz normal, das passiert auch ganz vielen Menschen. Das Problem ist nur: Manche leiden extrem darunter. Sie versuchen das Erröten zu vertuschen, indem sie sich hinter einem Schal verstecken oder dick Make-up auftragen und in der Folge verhalten sie sich dann so auffällig, dass das Erröten erst richtig zum Tragen kommt."

Mit Rollenspielen dem Problem nähern
Wer unter starker Angst vor dem Erröten leidet, sollte sich helfen lassen, empfiehlt die "Apotheken Umschau". Notfalls mit einer Therapie. "Wenn es dann doch eine große Belastung ist, kann man einen Therapeuten aufsuchen, der sich über Rollenspiele - zum Teil auch mit Kameraaufzeichnung - diesem Problem nähert. Man kann auch trainieren, bei einem öffentlichen Auftritt, nicht zu sehr auf sich selbst zu achten sondern auf die Zuhörer zu konzentrieren oder eben auf das, was man sagen will."

Wer sich bei einem Therapeuten Hilfe holt, dem kann es trotzdem weiterhin passieren, dass er bei einem entsprechenden Anlass rot wird. Doch in der Regel kann man dann besser mit dem Problem umgehen und leidet nicht mehr so stark unter dem Erröten.

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