„Wenn du nicht mehr weiterweißt, ruf ‘Rat auf Draht‘“ lautet der Slogan der kostenlosen Telefonhilfe für Kinder. In dieser Situation befinden sich seit Beginn der Pandemie viele, auch Erwachsene. Die „Krone“ widmet den psychischen Auswirkungen der Corona-Krise deswegen einen Schwerpunkt.
Liebeskummer, Streit mit den Eltern, Probleme in der Schule. Das waren noch bis vor einem Jahr die Hauptanliegen der Kinder und Jugendlichen, die bei „Rat auf Draht“ - der Telefonhotline für Heranwachsende des SOS-Kinderdorfs - um Hilfe baten. Diese typischen Teenager-Probleme mussten seit Beginn der Corona-Pandemie nun schwerwiegenderen Anliegen Platz machen. „Beim Thema Angst gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung um 59 Prozent. Auch Beratungen zu psychischen Erkrankungen und Schlafstörungen sind um etwa 40 Prozent gestiegen“, schildert Birgit Satke, Leiterin von „Rat auf Draht“. Generell verzeichnete man um 20 Prozent mehr Anrufe als noch 2019.
Video: Psychische Belastung ist kontinuierlich gestiegen
Psychische Belastung bei Jugendlichen steigt
„Für Heranwachsende ist die Corona-Zeit besonders schwierig“, weiß Satke. Soziale Kontakte und Austausch wären wichtiger denn je, doch das sei nur eingeschränkt möglich. Das Ergebnis: Die psychische Belastung von jungen Menschen steigt. Doch nicht nur die Kinder leiden. Eltern, die von ihren Sprösslingen jetzt besonders gebraucht werden, stehen selbst vor großen Problemen wie Arbeitslosigkeit.
„2020 hatten wir 6500 Beratungsgespräche mit Eltern, die massiv unter Druck stehen. Eine Steigerung von 23 Prozent“, berichtet Satke und ergänzt: „Wenn wir die Eltern stärken, stärken wir die Kinder.“ Unter elternseite.at wurde daher eine eigene Anlaufstelle für Erwachsene geschaffen.
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