Stromausfälle, Tote
Rekordhitze in Europa noch nicht auf Höhepunkt
Die aktuelle Hitzewelle in Europa bricht sämtliche Rekorde: In mehreren Ländern sind die Temperaturen so hoch wie noch nie im Juni. Die Europäer kämpfen mit Stromausfallen, medizinischen Notfällen und geschlossenen Schulen. Doch noch ist das Schlimmste nicht überstanden – auch nicht in Österreich.
In Österreich wird die Hitzewelle wohl am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen. In allen Landeshauptstädten werden Temperaturen über 35 Grad erwartet, in Wien laut GeoSphere sogar fast 40. In mehreren Regionen gilt sogar die höchste Wetter-Warnstufe. Mehrere unserer Nachbarländer ächzen aktuell unter ähnlichen Temperaturen wie wir.
Heißeste Nacht der Messgeschichte
Besonders hart trifft die Hitzewelle aktuell Frankreich: 40 Menschen kamen bisher bei Badeunfällen ums Leben. Die Franzosen müssen rund um die Uhr hohe Temperaturen aushalten, die Nacht auf Dienstag war die heißeste seit Messbeginn. Und das ist noch nicht alles: „Es werden weitere Rekordtemperaturen erwartet, darunter einige, die alle bisherigen Rekorde übertreffen könnten, unabhängig von der Jahreszeit“, teilte der Wetterdienst Météo France der Nachrichtenagentur AP mit.
Europa kämpft aktuell mit einer Hitzewelle:
Am Mittwoch hatte es im westfranzösischen La Rochelle um 5 Uhr morgens schon fast 30 Grad, im Laufe des Tages könnten noch mehr Temperaturrekorde gebrochen werden. Dabei macht die Hitze den Franzosen jetzt schon ordentlich zu schaffen. In über der Hälfte des Landes gilt die höchste Hitzewarnstufe, in vielen weiteren Regionen die zweithöchste – damit sind insgesamt 90 Prozent der Bevölkerung betroffen.
Alltag eingeschränkt
Im Süden Frankreichs fuhr der Kraftwerkbetreiber das Atomkraftwerk Golfech herunter. Der Fluss, der die Reaktoren kühlen soll, ist zu warm. Der Eiffelturm und das Louvre-Museum in Paris wurden am Dienstag schon früher geschlossen. 68.000 Haushalte im Nordwesten Frankreichs sind aktuell ohne Strom, teilte die bretonische Präfektur Finistère mit. Frühestens am Abend könnten die Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden.
Der menschengemachte Klimawandel verschärft die derzeitige Hitzewelle in weiten Teilen Europas Fachleuten zufolge deutlich. Dabei sind die Bedingungen nicht einmal ungewöhnlich. „Was außergewöhnlich ist, ist, dass der Klimawandel den Temperaturen in Teilen Westeuropas bis zu vier Grad Celsius hinzugefügt hat“, Davide Faranda von dem Projekt Climameter. Man nähere sich den Grenzen dessen, woran sich Gesellschaften und Ökosysteme anpassen könnten.
Die Fachleute listen in ihrer Untersuchung die berechneten Temperaturunterschiede für mehrere Städte in Europa auf. In Wien treibe der Klimawandel die Hitzewelle mit 1,5 Grad mehr an. Im spanischen Saragossa sei es vier Grad Celsius heißer, in Mailand 3,8 Grad und in Paris 2,4 Grad, als es unter ähnlichen Bedingungen noch vor mehreren Jahrzehnten gewesen wäre.
Keine Klimaanlagen in Kliniken
Auch in Italien sorgte die Hitze für Stromausfälle. In Mailand und Turin fiel der Strom aus, weil die Menschen ihre Klimaanlagen zu intensiv nutzten. Bei unseren südlichen Nachbarn gilt am Mittwoch in 17 Städten die höchste Hitze-Alarmstufe, am Donnerstag ist es noch eine mehr. In der Zeitung „Corriere della Sera“ beschwerte sich ein Ärzteverband über schlecht oder gar nicht funktionierende Klimaanlagen in sieben staatlichen Kliniken in Rom.
Hitze rund um die Uhr
Die spanische Wetterbehörde Aemet rief am Dienstag die höchste Alarmstufe Rot für mehrere Gebiete aus. Fast im gesamten restlichen Land gelten die Alarmstufen Orange oder Gelb. Am Montag messten 101 der 828 Aemet-Wetterstationen im Land Temperaturen von mindestens 40 Grad. Bei etwa 30 Messstationen sanken die Temperaturen in der Nacht auf Dienstag nicht unter 25 Grad.
Bis zu 41 Grad
In Deutschland warnt der Deutsche Wetterdienst vor teils extrem starker Hitze in fast allen Teilen des Landes. Am Mittwoch werden Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet, in den kommenden Tagen soll es sogar noch heißer werden. Ab Donnerstag und Freitag werden in manchen Gebieten im Westen und Südwesten Deutschlands bis zu 41 Grad erwartet.
Über 500 Schulen bleiben zu
In Großbritannien bleiben am Mittwoch und Donnerstag wegen der extremen Hitze mindestens 500 Schulen geschlossen, wie der Sender BBC berichtet. Im Süden Großbritanniens gilt die höchste Warnstufe, eine rote Wetterwarnung. In Wales und England werden Termperaturen bis zu 40 Grad erwartet – zum zweiten Mal in der Messgeschichte. Die höchste Temperatur wurde am Dienstag in der Nähe von London gemessen: 34,6 Grad.
Hitzewelle noch nicht vorbei
In den meisten Regionen in Belgien klettern die Temepraturen aktuell auf 35 Grad oder darüber. Fast im gesamten Land gilt die Warnstufe Orange, ab Donnerstag gilt sie dann in ganz Belgien – bis mindestens Samstag, schreibt „The Brussels Times“.
In der Schweiz wurden in den vergangenen Tagen Temperaturekorde gebrochen, in einigen Regionen gilt die Hitzewarnstufe 4 (Rot), Ende der Woche könnte es bis zu 37 Grad kriegen. In Luxemburg fällt in den kommenden Tagen teils der Schulunterricht aus, am Donnerstag und Samstag werden laut dem Wetterdienst Meteolux Temperaturen bis zu 39 Grad erwartet.










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