07.01.2021 11:28 |

Globale Umfrage

Starkes soziales Umfeld mildert Folgen für Psyche

Studien deuten darauf hin, dass soziale Isolation, eine unsichere berufliche Zukunft sowie Sorgen um die eigene und die Gesundheit von nahestehenden Personen die Psyche von Menschen weltweit belasten. Ein starkes soziales Umfeld hilft enorm dabei, die Corona-Krise besser zu meistern.

Das zeigt auch eine Untersuchung eines internationalen Forschungsteams mit Beteiligung der Uni Basel und der Meduni Innsbruck. Mit einer globalen Umfrage haben die Forschenden abgeklärt, wie sich die erste Corona-Welle auf die psychische Gesundheit auswirkte. Österreich tanzt in der Befragung etwas aus der Reihe.

10000 Menschen befragt
Für die im Fachmagazin „Plos One“ erschienene Studie nahmen 10.000 Menschen aus 78 Ländern an einer Online-Umfrage zwischen Anfang April und Juni 2020 teil, an der auch Stefan Höfer von der Medizinischen Universität Innsbruck als Co-Autor beteiligt war. Unter den Befragten waren 368 Personen aus Österreich. Die meisten dieser Länder verhängten in dieser Zeit einen Lockdown. Ein Drittel der Befragten klagte demnach über Langeweile und die Hälfte berichtete vom Gefühl, Zeit zu verschwenden. Und eine von zehn Personen gab an, psychisch am Ende zu sein.

Österreicher gut zurechtgekommen
Obwohl die Hälfte der Teilnehmenden ihre psychische Gesundheit nur mäßig beeinträchtigt sah, geben die Forscher keine Entwarnung. Denn Studien zeigten, dass dieser „So-Lala-Zustand“ ein gesundheitliches Risiko im späteren Leben darstellen kann. Der Auswertung zufolge dürften die österreichischen Studienteilnehmer vergleichsweise gut mit der Situation vor dem vergangenen Sommer zurechtgekommen sein. So berichteten heimische Befragte über deutlich weniger depressive Symptome und negative Gefühlslagen. Außerdem gehörten die befragten Österreicher im internationalen Vergleich im Schnitt auch zu jenen Teilnehmern, die die höchsten Werte in puncto Wohlbefinden angegeben haben.

Global ähnliche Tendenzen erkennbar
Weltweit zeigten sich insgesamt aber ähnliche Tendenzen in den Antworten der Teilnehmer. Unterschiede fanden die Forschenden in Hongkong und der Türkei, wo die Menschen gestresster waren als in anderen Ländern. Ebenfalls in Hongkong sowie in Italien wiesen die Befragten das tiefste Wohlbefinden auf, in den USA berichteten mehr Menschen von depressiven Symptomen. Der Verlust von finanziellem Einkommen sowie ein fehlender Zugang zur Grundversorgung waren demnach mit einem schlechteren psychischen Zustand verbunden.

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