10.02.2021 09:47 |

Japanischer Partner

Innsbrucker Quanten-Start-up kooperiert mit NEC

Der japanische Elektronikkonzern NEC arbeitet mit dem Innsbrucker Unternehmen ParityQC an einem Quantencomputer-Ansatz, mit dem sich Optimierungsprobleme etwa in der Logistik oder in anderen Wirtschafts- und Wissenschaftsbereichen leichter lösen lassen. Der Bauplan und das Betriebssystem des Hardware-Systems von NEC wird im Rahmen der am 10. Februar von den Unternehmen bekannt gegebenen Kooperation aus Österreich kommen.

„Einer der großen Vorteile der gemeinsamen Entwicklung von Hardware und Software ist die perfekte Abstimmung dieser beiden Disziplinen. Die Erforschung dieses Ansatzes, zusammen mit der neu entwickelten Hardware-Plattform von NEC ist sehr vielversprechend“, werden die ParityQC-Geschäftsführer Wolfgang Lechner vom Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck und Magdalena Hauser in einer Aussendung zitiert. NEC sei das erste Unternehmen, das die Architektur der Innsbrucker Experten in einem Optimierungssystem auf Quantenbasis („Quantum Annealing“) verwenden wird. Bis zum Jahr 2023 will man nun einen „skalierbaren, praktisch nutzbaren Quantenannealer“ bauen, so das Ziel.

Globales Rennen um Quantencomputer
Weltweit arbeiten Wissenschaftler an verschiedenen Lösungen zur Realisierung von Quantencomputern. Ziel ist es, mit Hilfe quantenphysikalischer Phänomene bestimmte Rechenaufgaben schneller als herkömmliche, klassische Computer zu lösen. Anders als die kleinste Informationseinheit (Bit) eines konventionellen Computers, die nur exakt zwei Zustände (0 und 1) einnehmen kann, können die Qubits genannten Informationseinheiten des Quantencomputers mehrere Zustände gleichzeitig darstellen. Qubits können auf verschiedene Weise realisiert werden, etwa mit Ionen, Atomen, Photonen oder supraleitenden Schaltkreisen. Auf letztere setzt NEC mit supraleitenden „Parametron Qubits“.

Quanten- sollen Supercomputer übertrumpfen
Die patentierte Quantencomputer-Architektur des Tiroler Unternehmens, das im Umfeld der Forschungsgruppen an der Uni Innsbruck und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) entstanden ist, ermögliche es „Quantencomputer mit sehr reduzierter Komplexität und damit skalierbar zu bauen“. Zusammen mit dem Betriebssystem „ParityOS“ sollen „industrierelevante Probleme früher und mit vergleichsweise kleineren Chips gelöst werden“, heißt es. Bei komplexen Optimierungsproblemen stoßen auch sehr rechenstarke Supercomputer bald an die Grenzen ihrer Rechenkapazitäten. Quantencomputer-Ansätze sollen hier Abhilfe schaffen.

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