09.12.2020 10:46 |

„Viele Schwächen“

Schlechtes Crash-Ergebnis für neuen Hyundai i10

Alles, was bei aktuellen Auto-Crashtests unter fünf Sternen ist, fällt auf. Dabei sind vier Sterne für viele noch zu rechtfertigen, weil sie oft „nur“ wegen fehlender Assistenzsysteme zustande kommen. Drei Sterne wirken in der Wahrnehmung hingegen schon wie durchgefallen. Und genau dieses Ergebnis steht für den neuen Hyundai i10 zu Buche.

„Der Hyundai i10 hat letztlich in vielen Bereichen mit Schwächen zu kämpfen - lediglich die Kindersicherheit ist auf akzeptablem Niveau“, hält ÖAMTC-Fahrzeugsicherheitsexperte Max Lang fest.

Auf vier Sterne kommt Deutschlands Auto des Jahres, der Honda e. „Die kompakte Bauweise von Honda e und Hyundai i10 macht sich in verschiedenen Testszenarien negativ bemerkbar“, sagt Lang. „Ein Beispiel: Beim Seitenaufprall kann es passieren, dass der Fahrer so weit auf die Beifahrerseite geschleudert wird, dass der Kopf dort auf die Tür trifft.“ Im Übrigen wird in beiden Fahrzeugen auf einen Airbag zwischen den Vordersitzen verzichtet - ein solcher verhindert bei fast allen anderen Autos im aktuellen Test, dass Fahrer und Beifahrer bei einem Crash mit den Köpfen zusammenstoßen. Dieses System fehlt allerdings auch im Land Rover Defender.

Sehr gut, also mit fünf Sternen, schneiden im aktuellen Testlauf Audi A3, Isuzu D-Max, Kia Sorento, Land Rover Defender und sowohl der elektrische als auch der benzinbetriebene Seat Leon ab. Bei ihnen fällt vor allem das hohe Niveau der Insassensicherheit - sowohl für Erwachsene als auch für Kinder - auf.

Aber: „Ganz gleich, wie viele Sterne auch errungen wurden: Alle Fahrzeuge eint einmal mehr, dass die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer über das Stadium der Mittelmäßigkeit nicht hinauskommt“, kritisiert Lang. „Es sind vor allem die A-Säulen, die bei allen Fahrzeugen nach wie vor zu hart sind.“ Davon abgesehen bergen meist auch die Vorderkante der Motorhaube sowie die Windschutzscheibenrahmen große Verletzungsrisiken für Fußgänger. Am besten schnitten in dieser Kategorie noch der Land Rover und der Seat ab. Mit 71 Prozent haben die beiden Modelle aber auch noch viel Luft nach oben.

Die rote Laterne geht bei der Fußgängersicherheit mit 52 Prozent an den Hyundai. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der automatische Notbremsassistent zwar Fußgänger erkennt, nicht jedoch Radfahrer.

Bei den Sicherheitsassistenten konnten die Testkandidaten im Großen und Ganzen überzeugen. „Am besten schneidet in diesem Kriterium der Kia Sorento mit sehr starken 87 Prozent ab. Honda und Hyundai liegen mit Werten von 65 bzw. 59 Prozent weit zurück“, kritisiert Lang. „Beide Fahrzeuge verfügen zwar über die vorgeschriebenen Assistenten, doch ihre Funktionsweise lässt in einigen Bereichen zu wünschen übrig.“

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