Knapp ein Jahr ist es her, dass die ehemalige deutsche Spitzen-Biathletin Laura Dahlmeier beim Bergsteigen im pakistanischen Karakorum-Gebirge tödlich verunglückt ist – und nun gibt es neue Details rund um das Drama! Besonders erschütternd die Aussage einer Berg-Kameradin, die die Deutsche eindringlich vor einem Gipfelsturm warnte, Dahlmeier jedoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen konnte – ein letztlich tödlicher Fehler …
Die Spanierin María Martín erklärte im Rahmen einer Dokumentation gegenüber Servus TV, dass sie Dahlmeier wenige Tage vor dem Unglück im Basecamp des Laila Peak getroffen habe. Selbst hatte sie da bereits seit Wochen auf ein geeignetes Zeit- und Wetterfernster für den Aufstieg gewartet.
„Versuchte zu erklären: gefährlich, unmöglich!“
Vergebens, denn „das Wetter war so wechselhaft, wir hatten vielleicht zwei Stunden Sonne pro Tag, sonst nur Regen. Im Basecamp kamen ständig Lawinen runter, Steine und Eis“. Die für diese Höhe ungewöhnlich hohen Temperaturen hatten Schnee, Eis und Geröll höchst instabil werden lassen … Als sich Dahlmeier und deren Seilpartnerin Marina wegen näherer Informationen über den Laila Peak erkundigten, hielt die Spanierin denn auch nicht lange hinter dem Berg. „In gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären: gefährlich, unmöglich! Und ich habe ihr Fotos von den Lawinen gezeigt“, so Martín.
Dabei hatte sich der Berg bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal von seiner schlechtesten Seite gezeigt. „Das war am 24. Juli und die schlimmsten Lawinen kamen tatsächlich erst runter, als Laura das Basecamp schon wieder verlassen hatte.“
Was dann folgte, ist inzwischen traurige Sport-Geschichte: Beim Aufstieg auf den 6069 Meter hohen Laila Peak wurde Dahlmeier am 28. Juli gegen Mittag auf rund 5700 Metern von einem Steinschlag erfasst – und wahrscheinlich auf der Stelle getötet. Seilpartnerin Marina konnte noch einen Notruf absetzen und die Rettungskette in Gang setzen, aber letztlich gab es keine Hilfe mehr.
„Wer da reingeht, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel!“
Und nicht nur das, der Leichnam von Dahlmeier verblieb am Berg, so wie es sich Dahlmeier selbst für eine derartige Tragödie gewünscht hatte, aber auch ob des Risikos für ein Rettungsteam. Ein Versuch wurde zwar gestartet, aber wie Alan Rousseau als Mitglied dieser Mission gegenüber ServusTV gestand, hatte man keine Chance. „Wir haben alle Möglichkeiten durchgespielt, wie wir da hinkommen könnten. Uns war allen klar: Wer da reingeht, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel. Also hat Thomas Huber (Anm. ein weiterer Helfer) mit der Familie gesprochen – und auch sie kamen zu dem Schluss, dass wir es nicht riskieren sollten.“
Eine der erfolgreichsten Biathletinnen
Mit zwei olympischen Gold-Medaillen 2018 in Pyeongchang und insgesamt sieben Weltmeister-Titeln war Dahlmeier die erfolgreichste deutsche Biathletin des vergangenen Jahrzehnts. Vor allem die WM 2017 in Hochfilzen prägte sie famos, als sie bei sechs Starts fünfmal Gold und einmal Silber holte. In der Saison 2016/17 gewann sie außerdem den Gesamtweltcup.
Im Mai 2019 beendete die Oberbayerin dann im Alter von 25 Jahren überraschend ihre Karriere als Leistungssportlerin. Sie erklärte damals, dass sie als Biathletin keine sportlichen Ziele mehr habe. Neben ihren Berg- und Klettertouren war Dahlmeier seither als Biathlon-Expertin für das ZDF aktiv.
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